Thierbacher sollen weiter auf Löschteich warten

Seit Jahren ist für den Peniger Ortsteil, speziell für das Wohngebiet "Happy Family", eine zusätzliche Wasserversorgung für den Brandfall geplant. Die Feuerwehr hätte dann kürzere Wege. Doch die Stadt sieht erst einmal andere Prioritäten.

Penig.

Die sommerliche Hitzeperiode hält weiter an, in vielen Bereichen herrscht durch die Trockenheit erhöhte Brandgefahr. Seit 2013 ist für den Peniger Ortsteil Thierbach, vor allem für das Wohngebiet "Happy Family", der Bau einer Zisterne oder eines Löschteichs vorgesehen. Laut aktuellem Brandschutzbedarfsplan sei dies eine "erforderliche Maßnahme zur dauerhaften Sicherstellung der Löschwasserversorgung". Doch für die Stadt, die für dieses Thema zuständig ist, sind erst einmal unterversorgte Bereiche wichtiger. Sie will deshalb andere Projekte vorziehen. Denn laut einer Prioritätenliste, die ebenfalls Bestandteil des Bedarfsplanes ist, habe die Löschwasserbereitstellung für das Gebiet Wernsdorf, für die "Randsiedlung" in Penig und für den Ortsteil Amerika angesichts der dortigen Gegebenheiten Vorrang.

Aus Sicht von Gemeindewehrleiter Thomas Cramer wäre ein Wasserbehälter in Thierbach - ob Löschteich oder Zisterne - dennoch wichtig und eine wesentliche Hilfe, wenn im Brandfall Löscharbeiten notwendig sind. Ein Bereich, wo dieser Behälter entstehen könnte, sei in einer Talsenke, unweit der Bahnbrücke, dafür bereits vorgesehen. "Das würde uns die Arbeit vereinfachen, auch die Zeit zum Aufbau der Technik könnte verringert werden", nennt Cramer die Vorteile eines zusätzlichen Wasserbehälters. Wie er sagt, sei aber aktuell sichergestellt, dass im Brandfall ausreichend Löschwasser vorhanden wäre. Ob es zu viel oder zu wenig Löschwasser gebe, das werde mitunter subjektiv unterschiedlich eingeschätzt.

"Wir haben vor drei Jahren die Technik und die Schläuche so nachgerüstet, dass wir einen größeren Aktionsradius haben", sagt der Feuerwehrchef. Für Thierbach sei die Wasserentnahme aus der Mulde festgelegt. Vorgeschrieben sei zudem, dass ein 300-Meter-Aktionsradius von der Zapfstelle bis zum Brandort gewährleistet sein muss. Praktisch würde dies so aussehen, dass die Feuerwehr sechs Kubikmeter Löschwasser auf dem Fahrzeug mitführt. "Das ist eine ausreichende Menge für den Erstangriff beispielsweise bei einem Wohnhausbrand", so Thomas Cramer. Bestehe weiterer Bedarf an Löschwasser, so könnten während dieser Zeit die Schläuche in Richtung Mulde ausgerollt werden, um zusätzlich dann dort das Wasser zu ziehen. "Das ist alles organisatorisch sichergestellt." Einen noch anzulegenden Löschteich beziehungsweise eine Zisterne würden die Kameraden trotzdem begrüßen, denn dadurch könnten sie die Löscharbeiten effektiver durchführen und Zeit sparen.

Laut Manuela Tschök-Engelhardt, Leiterin der Peniger Finanz- und Bauverwaltung, bleibt die Errichtung einer Zisterne oder eines Löschteichs in Thierbach weiterhin ein Thema. Das sei schließlich so festgeschrieben. "Es ist auch gut, wenn man von Zeit zu Zeit daran erinnert wird. Wir werden über dieses Vorhaben im Zuge der Diskussion des Haushalts 2019 mit dem Wehrleiter nochmals sprechen und schauen, ob eine Finanzierung geklärt werden kann", sagte sie gestern der "Freien Presse".

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