874 000 Euro aus ehemaligem DDR-Vermögen für Busmannkapelle

Dresden (dpa/sn) - Mit 874 000 Euro aus dem Vermögen ehemaliger Parteien und Massenorganisationen der DDR unterstützt Sachsen die Fertigstellung der Busmannkapelle der Sophienkirche in Dresden. Das Geld sei vor allem für den Innenausbaus des Untergeschosses und den Fußboden des Erdgeschosses vorgesehen, teilte das Kunstministerium in Dresden am Montag mit. Damit werde die technische Ausrüstung vervollständigt und der Bau barrierefrei gestaltet. Wegen der großen Bedeutung für die Dresdner Erinnerungskultur unterstützt das Land den Bau der Gedenkstätte mit insgesamt mehr als zwei Millionen Euro aus DDR-Vermögen und Mauerfondsmitteln.

«Wir setzen die einstigen SED-Gelder gezielt dafür ein, Gedenkstätten im Freistaat zu lebendigen Orten des Erinnerns zu gestalten», sagte Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD). Dies treffe bei der Busmannkapelle in besonderem Maße zu. Sie erinnere nicht nur an die Zerstörung der Sophienkirche am Ende des Zweiten Weltkriegs, sondern auch an die ursprüngliche städtebauliche Struktur Dresdens.

Die Bürgerstiftung Dresden könne nun im Stadtzentrum das Erinnerungsprojekt vollenden, hieß es. Die Reste der 1945 zerstörten gotischen Sophienkirche waren 1962/63 unter Protesten abgetragen worden, nachdem SED-Chef Walter Ulbricht sie 1956 eigenhändig aus dem Wiederaufbau-Modell der Stadt entfernt hatte.

2010 war der Grundstein für die Gedenkstätte gelegt worden, die an die Toten aller Kriege erinnern soll. Vier Stelen an Stellen früherer Pfeiler führen zu einem stilisierten Kapellenkörper, den ein Pavillon aus Stahl mit einer selbsttragenden, 14 Meter hohen Glasfassade umgibt. Von der Kirchengeschichte zeugen Originalteile an einem Fenstergewände und Konsolenbüsten der Stifter aus dem 14. Jahrhundert, der Bürgermeisterfamilie Busmann.

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