AfD-Vize lobt Durchgreifen der Sicherheitsbehörden

Berlin (dpa) - Die AfD hat den Schlag der Sicherheitsbehörden gegen die Rechtsextremistengruppe «Revolution Chemnitz» begrüßt. «Ich finde es gut, dass in Chemnitz schnell gegen mutmaßliche Terroristen durchgegriffen wurde», sagte Partei-Vize Georg Pazderski am Dienstag. Er habe jedoch nicht das Gefühl, «dass man bei Islamisten und Linksextremisten genauso konsequent vorgeht». Pazderski, der dem moderaten Parteiflügel zugerechnet wird, sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Die AfD selbst muss alle Annäherungsversuche von fragwürdigen Gruppierungen rigoros abblocken. Man kann nicht sicher sein, wer dahinter steckt oder mit wem diese Gruppen noch zusammenarbeiten.»

Er halte deshalb auch nichts von gemeinsamen Demonstrationen mit Bewegungen wie «Pro Chemnitz», betonte Pazderski. Die Arbeit der AfD sei in den Parlamenten, nicht auf der Straße».

Drei Ost-Landesverbände der AfD hatten für den 1. September zu einem «Trauermarsch» in Chemnitz aufgerufen. Die Kundgebung sollte an die Messerattacke auf einen 35 Jahre alten Deutsch-Kubaner erinnern, der am Rande eines Stadtfestes getötet worden war. Als Tatverdächtige waren Asylbewerber ermittelt worden. Zusammen mit mehreren AfD-Landeschefs marschierten an diesem Tag auch Anhänger des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses und der rechtspopulistischen Gruppierung «Pro Chemnitz» durch die sächsische Stadt.

An einer weiteren «Pro-Chemnitz»-Demonstration nahmen auch einige der nun festgenommenen mutmaßlichen Rechtsterroristen teil. Sie traten nach der Kundgebung als «Bürgerwehr» auf und bedrohten mehrere Menschen verschiedener Nationalitäten. Einem Mann warfen sie eine Flasche an den Kopf. Später stellte sich zudem heraus, dass «Pro Chemnitz»-Chef Martin Kohlmann dem sächsischen Verfassungsschutz «aus rechtsextremistischen Zusammenhängen bekannt ist».

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