Angeklagter bereut vor Gericht Anschlag auf Moschee

Dresden (dpa) - Im Prozess um den Anschlag auf eine Dresdner Moschee im Herbst 2016 hat der Angeklagte Reue gezeigt und sich bei der Familie des Imam entschuldigt. «Ich habe einen Riesenfehler gemacht, den ich zutiefst bereue», erklärte der 31-Jährige am Freitag in seinem letzten Wort im Landgericht Dresden. «Es tut mir auch leid für die Familie.» Er habe «nie im Entferntesten» daran gedacht, jemanden töten zu wollen. Im weiteren Teil der vom Blatt abgelesenen Erklärung kritisierte der Monteur Generalstaatsanwaltschaft und Ermittler. Ihm Demokratiefeindlichkeit zu unterstellen, sei falsch und er sei in den Verfahren von der Kriminalpolizei betrogen worden.

Der Mann, der sich seit Ende 2016 in Untersuchungshaft befindet, ist unter anderem wegen versuchten Mordes und Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion angeklagt. Zu Prozessbeginn hatte er eingeräumt, die Spreng- und Brandsätze am 26. September an der Fatih Camii Moschee sowie am Kongresszentrum gezündet zu haben, um «ein Zeichen zu setzen».

Die Generalstaatsanwaltschaft geht von Ausländer- und Islamfeindlichkeit als Motiv aus, er selbst machte dazu auch vor Prozessende keine näheren Angaben. Das Urteil wird am kommenden Freitag verkündet.

Die Anschläge hatten kurz vor der zentralen Feier zum Tag der Deutschen Einheit bundesweit für Entsetzen gesorgt. Die Familie des Imam kam mit dem Schrecken davon.

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