Bewährung für falsche Polizisten

Dresden (dpa/sn) - Vier falsche Polizisten sind am Dienstag am Amtsgericht Dresden mit Bewährungsstrafen davongekommen. Die Mitglieder einer international operierenden Bande von Anrufbetrügern erhielten je ein Jahr und drei Monate zur Bewährung. Die 22 bis 26 Jahre alten Männer aus Lübeck (Schleswig-Holstein) waren im September 2019 gefasst worden, als sie 12 000 Euro Beute bei einer Rentnerin in Dresden abholten. Die Polizei hatte die Kurierfahrt überwacht.

Die Angeklagten hatten im Prozess umfassende Geständnisse abgelegt, aber nichts zu den Hintermännern gesagt. Das Schöffengericht rechnete es den Männern auch wegen der erhöhten Corona-Infektionsgefahr an, dass sie dem Opfer eine Zeugenaussage ersparten.

Die Hintermänner der Bande sollen von Callcentern in der Türkei aus agieren, sich gegenüber Senioren als Polizisten ausgeben und ihnen vorgaukeln, ihr Vermögen sei in Gefahr. Auch bei der Dresdnerin war es so. Die 84-Jährige hatte den falschen Polizisten bereits einige Tage zuvor Geld und Goldmünzen im Wert von 8500 Euro übergeben. Auch danach hatten die «Kommissare» sie weiter bedrängt. Die Tochter der Geschädigten alarmierte jedoch die echte Polizei, die den Kurieren die Falle stellte.


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