«Die Freiheit winkt»: Selbstbestimmte Zukunft für die Sorben

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Das Sorbische Institut hat zu den Bemühungen nach nationaler Unabhängigkeit der Minderheit ab dem 19. Jahrhundert in gut 40 Archiven geforscht. Die Ergebnisse zeigt eine Wanderausstellung.

Bautzen (dpa/sn) - Das Sorbische Institut plant eine Wanderausstellung unter dem Titel «Die Freiheit winkt! Die Sorben und die Minderheitenfrage nach 1918». Sie beschäftigt sich mit den Bemühungen der Sorben nach nationaler Unabhängigkeit vom 19. Jahrhundert an. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Neuordnung der europäischen Landkarte schien seinerzeit eine selbstbestimmte Zukunft der nationalen Minderheit möglich.

«Es ist ein Schlüsselmoment der sorbischen wie der deutschen Geschichte. Die damals aufgeworfenen Fragen kultureller Autonomie, nach Interessenausgleich zwischen Sorben und Deutschen sowie nach grenzüberschreitender Verständigung sind Fragen, die uns bis heute beschäftigen und die es auch immer wieder neu zu stellen gilt», sagte Dr. Friedrich Pollack vom Sorbischen Institut in Bautzen am Dienstag.

Für die Ausstellung haben die Wissenschaftler in rund 40 Archiven recherchiert, von Washington D.C. bis Prag. Die Ergebnisse sollten zuerst im Sorbischen Museum in Bautzen gezeigt werden. Aufgrund der Corona-Pandemie bleibt das Haus vorerst geschlossen. Nach der Premiere dort steht die Schau interessierten Institutionen zur Ausleihe zur Verfügung und soll auf Wanderschaft durch die Lausitz, Sachsen und Brandenburg sowie Tschechien und Polen gehen. Interessenten könnten sich noch im Sorbischen Institut melden.

Die Sorben sind eine nationale Minderheit ohne eigenen Staat. Ihr Siedlungsgebiet ist die Lausitz in direkter Nachbarschaft und engen Beziehungen zu Tschechien und Polen. Nach offiziellen Angaben gibt es etwa 60 000 Sorben, die man auch Wenden nennt. Etwa zwei Drittel von ihnen leben in Sachsen, ein Drittel in Brandenburg.

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