Die Sachsen zieht es regelmäßig in den Wald

Vier von zehn Menschen im Freistaat gehen mindestens einmal pro Woche in den Wald. Was die Sachsen im Wald stört und wo sie Handlungsbedarf sehen, zeigt eine Umfrage.

Dresden.

Die Sachsen schätzen ihren Wald und nutzen ihn regelmäßig. Sie akzeptieren auch mehrheitlich den Waldumbau. Zu diesem Schluss kommt eine repräsentative Studie im Auftrag des Staatsbetriebes Sachsenforst. Die Berliner Firma Hopp Marktforschung hat dafür rund 1000 repräsentativ ausgewählte Sachsen befragt. Nahezu zwei Drittel der Menschen im Freistaat interessieren sich demnach für das Thema "Wald". Vier von zehn Sachsen gehen mindestens einmal in der Woche dorthin. In ländlichen Regionen tut dies sogar jeder Zweite. Fasst man alle zusammen, die einmal und mehr im Monat im Wald unterwegs sind, steigt die Anzahl auf gut zwei Drittel. Nur fünf Prozent sagen, dass sie nie in den Wald gehen. Die Aktivitäten bei Waldbesuchen liegen auf der Hand, die Studie bestätigt dies: Spazierengehen, Wandern, Radfahren, Joggen, Nordic Walken und Hund ausführen wurden am häufigsten genannt.

Kritisch wird die Verschmutzung gesehen. Jeder Fünfte meint demnach, dass der Wald oft zu vermüllt ist. Vier Prozent sagen, dass Wege, Bänke und Mülleimer nicht ausreichend gepflegt werden. Vier von zehn Sachsen glauben, dass sich der Waldzustand in den letzten Jahren verschlechtert hat. Knapp jeder Fünfte meint dagegen, der Zustand habe sich verbessert. Dass der Klimawandel Konsequenzen für den Wald hat, befürchten drei Viertel der Befragten. Es werde wahrgenommen, dass Handlungsbedarf besteht, heißt es in der Studie. Fast jeder dritte Befragte ist der Auffassung, dass bestimmte Baumarten wie die Fichte nicht gut mit dem Klimawandel zurechtkommen. Gut jeder Zweite hat demzufolge schon einmal gehört, dass ein Umbau zu Mischwäldern nötig ist. Knapp zwei Drittel befürworten den Umbau auch. Aber nur zwölf Prozent meinen, es sei mehr Mischwald nötig. Vier Prozent sprechen sich für die Pflanzung anderer Baumarten aus. Einschränkungen für Waldbesucher aufgrund von Baumfäll- oder Wegearbeiten werden überwiegend akzeptiert. 60 Prozent stören sich nicht daran.

Eine interessante Erkenntnis: Die meisten Sachsen - nämlich deutlich über 80 Prozent - sind der Auffassung, Kinder und Jugendlichen sollte ein besseres Verständnis von Wald und Natur vermittelt werden, sei es durch häufigere Waldspaziergänge oder durch eine stärkere Behandlung des Themas im Schulunterricht. Durchweg positiv ist das Image der Förster. Dass sie wichtig für die Gesellschaft sind und insbesondere für den Schutz von Wald und Natur sorgen, dem stimmen drei Viertel der Sachsen zu.

Gefragt haben die Macher der Studie außerdem nach dem Interesse am Thema Wald und Waldbewirtschaftung. Ergebnis: Jeder Zweite hat kein Interesse, 42 Prozent würden hingegen gern mehr erfahren. Acht Prozent haben sich nicht dazu geäußert. Die regionale Tageszeitung gilt dabei für 35 Prozent als bevorzugte Informationsquelle. Nur Reportagen im Fernsehen sind noch beliebter (46 Prozent).

1Kommentare

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    1061985966
    18.05.2020

    Laut ihres Artikels, würden in den nahegelegenen Werdauer Wald bei einer Einwohnerzahl von 20000 Bürgern, 8000 Bürger einmal in der Woche in den Wald gehen. Ich weiß nicht,ob sich mal jemand mit den Revierförster unterhalten hat.800 wäre schon viel. Soviel sind nicht mal wöchentlich bei Kaufland.
    W.Seidel