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Durchbruch bei Tarifverhandlungen: Streik im Busverkehr in Sachsen beendet

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Wochenlang dauerten die Tarifverhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband Nahverkehr und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft verdi an. Nach tagelangen Streiks haben die beteiligten Parteien in den frühen Dienstagmorgenstunden eine Einigung erzielt. Der Streik ist beendet, der Verkehr fährt wieder hoch.

Chemnitz.

Busfahrgäste hatte es am Samstag kalt erwischt, als der zunächst ausgesetzte Streik im Regionalbusverkehr doch noch startete. Tage zuvor hatte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft verdi zu einem unbefristeten Streik aufgerufen, sollten die Busunternehmen bis Donnerstagmittag kein neues Angebot unterbreiten. Ein neues Angebot kam, gestreikt wurde trotzdem – bis jetzt.

Denn wie die Gewerkschaft am Dienstagvormittag mitteilte, sei in den frühen Morgenstunden ein vorläufiges Verhandlungsergebnis zu den Einkommen der Beschäftigten in den betroffenen Verkehrsunternehmen erzielt worden. Verdi-Sekretär Paul Schmidt sagte gegenüber der „Freien Presse“: „Um 4.20 Uhr war das Einigungspapier fertig. Der Streik ist ausgesetzt, der Verkehr fährt langsam hoch.“

In den vergangenen Wochen hatte die Gewerkschaft immer wieder Tarifverhandlungen mit den regionalen Busunternehmen geführt, um eine Ungleichbehandlung des betroffenen Personals gegenüber dem von städtischen Verkehrsgesellschaften wie in Leipzig, Dresden oder Chemnitz aus der Welt zu schaffen. Diese Fahrer werden nämlich nach den Vereinbarungen im Öffentlichen Dienst entlohnt und bekommen deutlich mehr Geld – eine Lücke, die die Gewerkschaft schließen und gleichzeitig einen Ausgleich für die Inflation der vergangenen Jahre erkämpfen wollte.

Die Busunternehmen hatten zuletzt ein Angebot unterbreitet, nach welchem die Beschäftigten eine Lohnerhöhung von 13,7 Prozent bis 2025 sowie einen Inflationsausgleich von 2000 Euro erhalten würden. Dies war der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft verdi deutlich zu wenig, weshalb der Streik durchgesetzt und weiterverhandelt wurde.

Nun haben die beteiligten Parteien eine Einigung erzielt. Neben einer Inflationsausgleichszahlung in Höhe von 2000 Euro (1000 Euro für Auszubildende) im Juni 2024 und einer Einmalzahlung von 250 Euro im Oktober 2024 sollen die Einkommen in mehreren Schritten bis zum September 2025 um bis zu 16,3 Prozent steigen. „Es liegt nun ein Verhandlungsergebnis auf dem Tisch, das für beide Seiten einen hart erkämpften Kompromiss darstellt und das von der Tarifkommission mehrheitlich angenommen wurde“, sagt Paul Schmidt in einer Mitteilung. Sven Vogel, Gewerkschaftssekretär und Verhandlungsführer für verdi ergänzt: „Wir haben über Stunden intensiv um jedes Zehntel gerungen. Neben den Sonderzahlungen steigen die Einkommen. Unser harter Kampf hat sich gelohnt.“

Ein erstes Indiz auf das Ende des Streiks im Busverkehr hatte es am Dienstagmorgen bereits auf der Webseite des Regionalverksunternehmen RVE im Erzgebirge gegeben, wo es hieß, dass der Linienverkehr im Erzgebirgskreis am heutigen Dienstag gegen 12 Uhr wieder im regulären Betrieb verlaufen werde und der Schülerverkehr ab diesem Zeitpunkt regulär durchgeführt werden könne. Neben dem Erzgebirgskreis war insbesondere der Regionalverkehr in West- und Mittelsachsen betroffen. (past/mit fhob/aho)

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