Erneuter Protest gegen Abschiebung in Leipzig

Ein Flüchtling soll abgeschoben werden und Hunderte Menschen stellen sich in der Nacht dagegen. Zwischenzeitlich eskaliert die Lage. Am späten Abend treffen sich Demonstranten für eine Solidaritätskundgebung erneut.

Leipzig (dpa) - Nach den Protesten gegen eine Abschiebung in Leipzig haben sich auch am Mittwochabend wieder mehrere hundert Menschen zu einer Solidaritätskundgebung versammelt. Anders als in der Nacht zuvor blieb der etwa zweistündige Protest im Stadtteil Volkmarsdorf aber friedlich, wie ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur beobachtete. Auch die Polizei hielt sich mit ihren Kräften zurück.

Am späten Dienstagabend und in der Nacht zum Mittwoch hatten sich zeitweise etwa 500 Menschen der Polizei entgegengestellt und gegen die Abschiebung eines ausreisepflichtige Asylbewerbers protestiert. Dabei kam es kurzzeitig auch zu Ausschreitungen, nach Angaben der Polizei flogen Bierflaschen und Steine, auch eine Barrikade sei errichtet worden. Der Flüchtling wurde schließlich weggebracht.

Der Grünen-Politiker Jürgen Kasek, der selbst vor Ort war, führte die «Eskalation der Situation» auf ein «Zurückdrängen» der Menschen in der Straße durch die Polizei zurück. Auf Nachfrage sagte ein Polizeisprecher am Mittwochnachmittag, dass zunächst keine Verletzungen von Seiten der Demonstranten angezeigt worden seien.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden in der Nacht elf Polizisten verletzt. Drei Menschen seien vorläufig festgenommen worden. Gegen sie werde nun wegen schwerem Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung ermittelt, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Ein Verdächtiger kam wieder frei, für zwei Beschuldigte ordnete ein Haftrichter am Mittwoch Untersuchungshaft an. Gegen eine unbekannte Person ermittelt die Polizei außerdem wegen versuchter Gefangenenbefreiung.

Die Linken-Politikerin Juliane Nagel aus dem Leipziger Stadtrat kritisierte das Vorgehen der Polizei auf ihrem Blog. Sie warf der Polizei unverhältnismäßig hartes Vorgehen gegen die Demonstranten vor.

Bewertung des Artikels: Ø 3.3 Sterne bei 4 Bewertungen
16Kommentare
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  • 4
    16
    Distelblüte
    11.07.2019

    @Lesemuffel: Ich bin nicht gereizt. Und richtig , Flaschenwürfe und Steine gegen Polizisten sind ein No-Go. Deswegen war Herr Kasek auch nicht dort. Um wen es als sein Mandant ging, ist nichts für die Öffentlichkeit. Anwaltliche Schweigepflicht, falls Ihnen das ein Begriff ist.
    Ich habe auf Anfrage anderer versucht, weitere Informationen , darunter Augenzeugenberichte zu Posten. Was Sie mit den Infos machen, ist Ihre Sache.

  • 18
    6
    ralf66
    11.07.2019

    Die linke Szene zeigt immer wieder, dass sie brutal Gewaltbereit ist.

  • 21
    5
    Lesemuffel
    11.07.2019

    Warum reagieren Sie stets gereizt und persönlich abwertend? Versuchen Sie es mal mit etwas Gelassenheit.
    Es bleibt dabei. Gewalt gegen die Polizei, Flaschen und Steine werfen geht gar nicht. Da kann der RA Kasek zwar diese Typen verteidigen und eine Linke Stadträtin die "Gewalt der Polizei als unverhältnismäßig" bezeichnen - jedenfalls haben 14 verletzte Polizisten gezeigt, woher die Gewalt kommt.

  • 18
    4
    thombo01
    11.07.2019

    Distelblüte: und wo ist nun der angebliche Fehler der Polizei? Die Versammlung war beendet und die beteiligten haben sich geweigert zu gehen. Die Polizei hat ordnungsgemäß geräumt.

  • 8
    14
    Distelblüte
    11.07.2019

    @HHCL: Das ist mein zweiter Versuch. Soweit ich weiß, wurde die Demo 1.30 durch den Versammlungsleiter beendet, viele Leute blieben aber vor Ort. Nach zwei Uhr kam es dann zu den Übergriffen.
    Ich habe vorhin versucht, den Augenzeugenbericht von Jürgen Kasek als Quelle anzugeben. Er wurde in seiner Funktion als Anwalt zum Ort des Geschehens gerufen.
    Das Verlinken ging nicht durch, warum auch immer. Man kann, denke ich, auch ohne eigenen Twitteraccount bei @JKasek die Verlinkung zu seinem Bericht finden und nachlesen.
    Ansonsten gibt es den offiziellen Bericht der Polizei Sachsen, der als Quelle für die Presseartikel gesehen werden kann:
    https://www.polizei.sachsen.de/de/MI_2019_66082.htm

  • 14
    11
    Distelblüte
    11.07.2019

    @Pelz: Das habe ich. Und nun? Was ist Ihnen aufgefallen, was ich vielleicht übersehen habe?

  • 10
    11
    Distelblüte
    11.07.2019

    @HHCL: Laut Twitter (Hashtag #le0907) und nach Aussage des Anwalts Jürgen Kasek, der in seiner beruflichen Funktion zum Ort des Geschehens gerufen wurde, war die Demo gegen 1.30 durch den Versammlungsleiter als beendet erklärt. Nach 2 Uhr begann dann die Eskalation,laut dem Bericht des Anwalts durch die Polizei. Die Demo selbst war friedlich geblieben, wenn auch durch die Sitzblockade störend für den Polizeieinsatz.
    Quelle:https://juergenkasek.wordpress.com/2019/07/10/was-geschah-in-der-nacht-in-leipzig-le0907/

  • 10
    6
    Pelz
    11.07.2019

    @Distelblüte
    Bitte schauen Sie sich das Foto zum Artikel noch einmal genauer an.

  • 13
    6
    HHCL
    11.07.2019

    @Distelblüte: Was heißt "nach der Demonstration"? Stunden später? Oder doch wenige Minuten später mit den gleichen Leuten?
    Im ersten Fall wäre der Einwand berechtigt. Ansonsten wäre es eine alberne Spitzfindigkeit.

  • 8
    15
    Distelblüte
    11.07.2019

    @Lesemuffel: Ich lese alle für mich interessanten Artikel. Deshalb ja meine Frage ans FP-Team. Übrigens hatte die Freie Presse über die erste Demo vom Dienstag bereits berichtet.
    Sie sollten nicht von sich auf mich schließen

  • 23
    11
    Lesemuffel
    11.07.2019

    Weil die FP allseitig informiert, distelblüte, da müssen Sie auch Ihnen nicht passende Informationen verkraften, niemand ist verpflichtet diese zu lesen.

  • 15
    23
    Distelblüte
    11.07.2019

    @Pelz: Zu Ihrer Information: Die Demo gestern abend begann gegen 20Uhr. Wer nicht gerade Spätschicht arbeitet oder im Handel tätig ist, hat da schon Abendbrot gegessen und danach Zeit für alles mögliche, auch Demos, deren Anliegen einem wichtig erscheinen.
    Liebes Freie Presse Team, in diesem Beitrag handelt ihr die friedliche Demo von gestern abend mit wnigen Worten ab (weil ereignisos), um dann erneut auf die Ausschreitungen einzugehen, die Dienstag Nacht NACH Beendigung der Demo stattfanden. Weshalb?

  • 18
    14
    Malleo
    11.07.2019

    Pelz
    Nagel und Kasseck und all die anderen von Steuergeld.
    Habe für 2019 bereits vorausgezahlt.
    Gesetze gelten halt nur für die Dummen und Braven im Land der unbegrenzten Zumutbarkeit.

  • 19
    7
    Malleo
    11.07.2019

    Geht nicht.
    Clan Chef Miri musste auch 13 Jahre warten bis er in den Libanon abgeschoben wurde.

  • 30
    11
    Pelz
    11.07.2019

    Mal was anderes : Mich würde interessieren, von welchem Einkommen die meisten Demonstranten leben.

  • 26
    11
    thombo01
    11.07.2019

    Ein klarer Angriff auf die Demokratie.



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