Für «Sachsengespräch» und Demo: Verstärkung für Polizei

Nach der Kritik an zu wenigen Einsatzkräften bei einer Demonstrationen am vorigen Montag hat Sachsen reagiert. Für eine Veranstaltung von Minister Kretschmer und eine gleichzeitige Kundgebung soll Hilfe kommen.

Berlin/Chemnitz (dpa/sn) - Die Polizei in Chemnitz bekommt Verstärkung. Um eine Veranstaltung mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und eine gleichzeitige Demonstration der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz an diesem Donnerstag abzusichern, kommt Hilfe vom Bund und aus fünf Bundesländern. Wie die Polizei in Chemnitz am Mittwoch mitteilte, werden die eigenen Beamten von der Bundespolizei sowie Kräften der Bereitschaftspolizei Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Berlin, Hessen und Thüringen unterstützt.

Anlass für die Sicherheitsmaßnahmen sind der Bürgerdialog «Sachsengespräch» des Regierungschefs im Stadion Chemnitz und die in unmittelbarer Nähe stattfindende Kundgebung. Zuletzt war die Polizei bei den Demonstrationen am vergangenen Montag dafür kritisiert worden, zu wenige Einsatzkräfte vor Ort gehabt zu haben. Knapp 600 Beamte mussten einen Aufmarsch von rund 6000 zum Teil gewaltbereiten Teilnehmern einer rechten Kundgebung sowie eine Gegendemonstration mit etwa 1500 Personen absichern.

Zuvor hatten die Sprecherin des Bundesinnenministeriums, Eleonore Petermann, bestätigt, dass der Freistaat Sachsen die Hilfe der Bundespolizei angefordert hat. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte der sächsischen Polizei am Dienstag Hilfe in Form von «polizeilichen Unterstützungsmaßnahmen» angeboten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte anschließend erklärt, es sei gut, dass Seehofer dem Freistaat Unterstützung angeboten habe, «um Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten und die Gesetze einzuhalten». Die Kanzlerin telefonierte außerdem mit Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) und der Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD).

Am Sonntag war in Chemnitz ein 35 Jahre alter Deutscher durch Messerstiche getötet worden. Ein Iraker und ein Syrer sitzen als Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Nach der Tat zogen rechte Demonstranten durch die Stadt, von denen einige Ausländer angriffen.

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