Gimmlitztal-Prozess: Anklage lautet erneut auf Mord

Im Fall der zerstückelten Leiche läuft die Berufungsverhandlung

Dresden.

Bei der Neuauflage des Gimmlitztal-Prozesses am Dresdner Landgericht ist am Dienstag die Anklage gegen den einstigen LKA-Beamten Detlev G. verlesen worden. Sie lautet wie schon im August 2014 auf Mord und Störung der Totenruhe. Verhandelt werden zum zweiten Mal die Umstände des Todes des damals 58-jährigen Wojciech S. Ihn soll G. im Keller seiner Pension im Gimmlitztal getötet haben. Laut Anklage zerstückelte G. die Leiche und vergrub die Teile im Garten.

G. wurde 2015 wegen Mordes zu knapp neun Jahren Haft verurteilt. Allerdings hatte der Bundesgerichtshof (BGH) im Frühjahr das Urteil gekippt, weil die Beweisführung nicht bis ins letzte schlüssig gewesen sei. Zudem habe das Gericht eine mögliche Selbsttötung des Angeklagten nicht ausreichend geprüft. Der BGH verwies den Fall an das Landgericht Dresden zurück. Seit Dienstag wird er dort vor einer anderen Strafkammer neu aufgerollt.

Oberstaatsanwalt Andreas Feron verlas in der Anklageschrift erneut die grausigen Details jenes Geschehens, wie es sich im November 2013 in der Pension im Gimmlitztal bei Frauenstein zugetragen haben soll. Er warf G. Mord und Zerstückelung der Leiche "zur Befriedigung des Geschlechtstriebs" vor. Der LKA-Beamte und Wojciech S. hatten sich in einem "Kannibalen"-Forum im Internet kennengelernt und ihre Fantasien ausgetauscht: S. träumte davon, geschlachtet und verspeist zu werden. G. wollte demnach einen Menschen zerstückeln. Große Teile dieser Zerstückelung filmte G. mit einer Videokamera.

Richter Hans Schlüter-Staats verlas in der Beweisaufnahme Aussagen des Angeklagten. Er beteuert darin, S. nicht getötet zu haben. Dieser habe sich selbst mit einem Seil erhängt, erklärte er. Der Prozess wird am Montag mit Zeugenvernehmungen fortgesetzt.

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