Gysi: Jetzt keine «Personalschlammschlachten» in der Partei

Halle (dpa/sa) - Der frühere Linke-Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi hat sich vorerst gegen personelle Konsequenzen in seiner Partei nach den Wahlen in Brandenburg und Sachsen ausgesprochen. «Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam, deshalb will ich jetzt keine Personalschlammschlachten», sagte Gysi auf einer Veranstaltung der Linken in Halle. «Wir müssen uns jetzt vorbereiten auf die Wahl in Thüringen.» Erst danach könne man sich wieder mit sich selbst beschäftigen.

Bei den Wahlen in Brandenburg und Sachsen hatte die Linke deutliche Verluste erlitten. Sie rutschte in beiden Ländern von knapp 19 auf unter 11 Prozent. Damit schnitten die Linken bei Landtagswahlen im Osten so schwach ab wie seit 1990 nicht mehr.

Zudem sprach sich Gysi dagegen aus, auf die AfD zuzugehen. «Wir dürfen nie der AfD ein Stück entgegen kommen», sagte er. Wenn man der Partei nur ein bisschen entgegen komme, verliere die Linke Wähler, die klar gegen die AfD seien, aber gewinne keine der AfD hinzu.

Die Linksfraktionschefin im Bundestag, Sahra Wagenknecht, hatte am Dienstag ihrer Partei eine Mitschuld an den starken Wahlergebnissen der AfD in Sachsen und Brandenburg gegeben. «Wir waren über viele Jahre die Stimme der Unzufriedenen», sagte Wagenknecht dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag). «Indem wir uns von unseren früheren Wählern entfremdet haben, haben wir es der AfD leicht gemacht. Insofern sind wir für ihren Erfolg mitverantwortlich.»

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    0
    Freigeist14
    05.09.2019

    Gregor Gysi hat unbestritten hohe Verdienste für die PDS und Die Linke . Aber mit seinen Aussagen in Talkshows polarisiert er schon lange nicht mehr und erheischt eher noch Beifall - auch von Markus Lanz . Gregor ,am Besten mal nichts sagen oder Katja Kipping den Rücktritt nahe legen .Geflüstert .

  • 5
    2
    Echo1
    04.09.2019

    Wenn die Linken, richtig links sein wollen,
    dann müssen die sich mal drastisch und
    ohne feindeutsch und steif wie der Bartsch
    reden. Sondern: Wir leben im Kapitalismus.
    Hier gibt es hier und weltweit zu viel
    Ungerechtigkeiten. Das wollten wir eigentlich verhindern. Das ist uns nicht gelungen mit der DDR und dem sozialistischen Lager. Die sozialistische Idee für mehr Gerechtigkeit ist aber noch in uns. So wollen wir zumindestens den Kapitalismus
    der Konzerne und Banken zügeln und uns
    für 99 % unseres Volkes einsetzen.
    Die AfD biedert sich den Konzernen und sagt weiter so ohne Rücksicht auf Mensch und Natur. ....



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