Im Zwickauer VW-Werk ist der Verbrennungsmotor Geschichte

Der Standort wird ab Montag komplett für die Fertigung von E-Autos umgerüstet. Bis Jahresende soll das geschafft sein.

Zwickau.

Im Zwickauer Volkswagen-Werk ist am Freitag der letzte Pkw mit Verbrennungsmotor vom Band gelaufen. Damit ist in der Stadt Zwickau eine 116-jährige Tradition zu Ende gegangen. Das letzte Fahrzeug war ein Golf R Variant mit Benzinmotor. Das Kombi-Modell, das zuletzt ausschließlich in Zwickau gebaut wurde, kommt künftig aus Wolfsburg. Das sächsische Werk indes wird künftig nur noch Elektroautos herstellen.

"Der Standort Zwickau steht von nun an ganz im Zeichen der Elektromobilität", sagte Reinhard de Vries, Geschäftsführer Technik bei der Volkswagen Sachsen GmbH. Bislang wurden in zwei Montagehallen das E-Auto ID3 und der Golf Variant mit Verbrennungsmotor parallel produziert. Ab Montag soll nun auch die zweite Fertigungslinie umgerüstet werden, sodass Ende des Jahres dort die ersten E-Fahrzeuge montiert werden können. Die Kosten für den Umbau der gesamten Fabrik mit rund 8000 Beschäftigten gibt Volkswagen mit rund 1,2 Milliarden Euro an.

Derzeit laufen täglich in drei Schichten gut 270 ID3 vom Band. Die Produktion werde gerade hochgefahren, hieß es. Wenn künftig beide Fertigungslinien "komplett unter Dampf" sind, sollen einmal bis zu 1500 Fahrzeuge täglich möglich sein. Neben dem Kompaktwagen ID3 werden künftig aber auch noch weitere Modelle aus Zwickau kommen. Noch für 2020 ist der Serienstart des Elektro-Sportgeländewagens (SUV) ID4 geplant. 2021 sollen ein weiteres VW-Modell, ein Seat und zwei Audi-Modelle mit Elektroantrieb folgen. Die Markteinführung des ID3 war ursprünglich für den Sommer angekündigt worden, nach Problemen mit der Softwareausstattung ist sie nun für die zweite Septemberwoche vorgesehen.

Zwickau ist die erste einer Reihe von VW-Fabriken, die komplett auf E-Produktion umsatteln. In Deutschland folgen in den kommenden Jahren Emden und Hannover, auch in China und den USA werden alternative Antriebe hochgefahren. 2025 soll jedes fünfte im VW-Konzern hergestellte Fahrzeug einen E-Motor haben, entsprechend einer Stückzahl von 2,5 Millionen. (mit dpa)

6Kommentare
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    0
    mops0106
    28.06.2020

    @tbaukhage: Ich hoffe ja auch, dass es klappt.

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    tbaukhage
    28.06.2020

    @mops: Wenn hier Arbeitsplätze verloren gehen, dann liegt es daran, dass moderne Autos eben nicht mehr von deutschen Unternehmen, sondern von anderen gebaut werden, weil die einfach schneller waren und sind und mehr KnowHow entwickelt haben, als diejenigen, die bis zum Schluss versuchen, den Verbrenner am Leben zu erhalten. Schuld am Arbeitsplatzverlust ist nicht eine neue Technologie, sondern die Trägheit derer, die nicht einsehen wollen, dass ihr bisheriges Erfolgsmodell abgelaufen ist.
    VW versucht den Spagat, man kann nur "viel Erfolg" wünschen! 30.000 schon angezahlte ID.3, obwohl erst im Sptember ausgeliefert werden soll, ein Jahr Wartezeit auf einen eUp! (gleiche Wartezeiten bei anderen Herstellern) zeugen von wachsenden Interesse der Kundschaft.

  • 5
    1
    mops0106
    28.06.2020

    Leider muss man dazu kein großer Prophet sein. Ich befürchte auch, dass damit unserer Region großer Schaden entstehen und viele Arbeitsplätze verloren gehen werden. Die Frage ist nicht ob, sondern wann.

  • 3
    1
    klapa
    28.06.2020

    In diesem Fall, vonVorn, möchte ich im Ineteresse der Region wirklich nicht Recht haben.

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    vonVorn
    28.06.2020

    Ausserhalb der grösseren Städte haben diese Elektroautos nach wie vor keinen Sinn und gebaut werden Sie natürlich im Osten. Ich befürchte das klapa ziemlich Recht hat.

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    klapa
    28.06.2020

    Mit Bezug zu Überschrift - bedauerlicherweise ja.

    Man darf nur hoffen, weil es niemand genau weiß, dass damit nicht der Rückzug des Konzerns aus der Region eingeleitet wird.