In der rechten Ecke - der Streit um Jörg Bernig

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Der Stadtrat Radebeul wählt den umstrittenen Autor zum neuen Leiter des Kulturamts. Viele sehen darin einen gezielten Coup von CDU und AfD. Doch stimmt das überhaupt?

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1616 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    2
    klapa
    31.05.2020

    Die Argumente der Protestierer, sie würden sich von der Bundeskanzlerin distanzieren und sie hätten einen eigenen Standpunkt zur teilweise unkontrolierten Einwanderungswelle von 2015 fällt wohl ziemlich eindeutig unter den Begriff der Meinungsfreiheit.

    Sie sind nicht geeignet, eine mit allem Pipapo korrekt durchgeführte demokratische Wahl rückgängig zu machen.

    Sollte das schlechte Beispiel Thüringen wirklich Schule machen?

  • 0
    8
    gelöschter Nutzer
    31.05.2020

    @peggi: Zu DDR-Zeiten waren "Wahlen" keine echten Wahlen. Sie waren doch dabei. Oder?

  • 6
    2
    mops0106
    31.05.2020

    Laut mdr-Mitteilung vom 26.05. soll nach Einspruch des OB die Wahl wiederholt werden. Wann merkt der Letzte, dass das ein weiterer Abgesang der Demokratie ist, auch wenn es anders verkauft wird?

  • 4
    0
    Christian1984
    30.05.2020

    @Distelblüte: Zugegeben, ich kenne mich im Radebeuler Kulturbetrieb nicht wirklich aus und kann daher nicht über die weiteren Besetzungen im Amt urteilen. Mir persönlich sind in Radebeul keine kulturellen Einrichtungen bekannt, welche sich eher rechts der Mitte positioniert haben - das muss aber nichts heißen ;-)
    Selbst wenn, was ändert das am Ergebnis einer Wahl? Wenn eine Person aus dem linken Spektrum gewählt worden wäre, hätte das Argument, dass es bereits ausreichend "linke" Initiativen gäbe ja auch nicht ausreichend Schlagkraft die Wahl zu wiederholen.

    Daher noch einmal die Frage: warum sollte er das Amt nicht bekleiden? Besitzt er Ansichten, welche die demokratischen Werte ablehnen? Meiner Meinung nach ist das nicht der Fall. Und ich verwehre mich auch dagegen, dass jedem zu unterstellen, der sich nicht links der politischen Mitte befindet. Nicht nur die von Ihnen erwähnten Vereine und Initiativen können demokratische Grundwerte und kulturelle Vielfalt vermitteln. Viel besser gelingt dies häufig durch real gelebte Demokratie. Und die beinhaltet nicht das Vorgehen, Wahlen so lange zu wiederholen, bis das Ergebnis bestimmten Gruppierungen passt. Auch halte ich persönlich politisch linke Standpunkte nicht für wertvoller als Positionen rechts der Mitte.

  • 11
    2
    gelöschter Nutzer
    30.05.2020

    Eine Wahl "rückgängig " zu machen hat man sich nicht mal in der DDR getraut.

  • 6
    4
    klapa
    29.05.2020

    Der von Ihnen benutzte Begriff 'Vordenker-Elite', Distel, ist ein toller Terminus. Ist es möglich, dass ihre (klein geschrieben) Vertreter auch in diesem Form recht aktiv sind, auf beiden Seiten, versteht sich?

  • 12
    1
    gelöschter Nutzer
    29.05.2020

    Distel... was hat die Wahl eines Rechtskonservativen mit "Rechtsextremismus" zu tun?

  • 11
    1
    mops0106
    29.05.2020

    Auch diese Wahl wird wahrscheinlich ungültig gemacht werden. Es wird ein rot-grüner Funktionär auf den Posten gehievt werden. So ist dann sichergestellt, dass auch die Antifa-Projekte weiterhin regelmäßig Geld bekommen. Und warum sich von denjenigen, die ihn gewählt haben, niemand offensichtlicher freut? Keinen A.... in der Hose, Angst um ihren Posten, Angst allgemein?

  • 0
    10
    gelöschter Nutzer
    29.05.2020

    @Christian1984: Ich habe mir Bernigs Texte, die online zu finden waren, angeschaut. Seine Eloquenz und literarische Bildung sind beeindruckend, dennoch täuschen sie nicht über seine politische Denkrichtung hinweg, die zu den Neuen Rechten gezählt werden muss. Und das ist gefährlich, denn damit fügt er sich neben Kubitschek (Höckes Stichwortgeber) und anderen in eine rechtsnationale, von sich selbst überzeugte "Vordenker-Elite" ein.
    Sie schreiben "Jetzt zu meiner Frage: Ist eine jeder, welcher eine rechte - nicht rechtsextreme - Meinung vertritt, automatisch von der Besetzung von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen?"
    Wie kommen Sie darauf? Es gibt genügend Politiker und Personen kultureller Einrichtungen des entsprechenden Spektrums, die diese Präferenzen bedienen.
    Die Wahl Bernigs sollte die Kursrichtung der zukünftigen Kulturarbeit neu ausrichten.
    Auch wenn Sachsen von außerhalb betrachtet als braunes Nest verschrien ist, so gibt es doch - auch in rechten Hochburgen wie dem Dresdner Speckgürtel oder Ostsachsen - viele Vereine und Initiativen, die sich die Vermittlung demokratischer Inhalte und kulturelle Vielfalt zum Ziel gesetzt haben.
    Auch ohne Bernig wird durch afd und auch Teile der CDU seit Jahren versucht, diesen Vereinen den öffentlichen Geldhahn zuzudrehen.
    Es geht dabei nicht um Inhalte, sondern um die Angst vor Machtverlust.
    Und doch müssen sich diese Akteure fragen lassen, was sie befürchten, sollte Sachsen nicht mehr so homogen wie die letzten 80 Jahre bleiben.
    Die Einheitsregierung von Vor-Wendezeiten hat sich (mit anderem Vorzeichen) auch danach fortgesetzt. Eine wohlgelittene Kontinuität, die allerdings die Probleme rechten Denkens ignorierte, welches zu DDR-Zeiten verhüllt mir einem Lippenbekenntnis zum Staat recht unbehelligt überleben konnte.
    Sie erinnern sich an Biedenkopfs verhängnisvollen Satz "Die Sachsen sind immun gegen Rechtsextremismus".
    Das mochte lange Zeit irgendwie gut gehen. Auch weil rechtsnationale und ausländerfeindliche Haltungen zu einer sächsischen Normalität geworden sind und die Mitte der Gesellschaft bestimmen. Mittlerweile gerät da dankbarerweise einiges in Bewegung.
    Zurück zu Bernig: Vielleicht hatten die Pro-Bernig-Stadträte gehofft, dass er, wenn erst einmal auf den Posten platziert, dort in ihrem Sinne Kulturpolitik machen würde.
    Aber Durchregieren ist nicht mehr. Wenn eine Personalie derartigen Stress verursacht, dann ist eine komplette Neuwahl vielleicht die bessere Option. Mit neuen Kandidaten.

  • 11
    1
    gelöschter Nutzer
    29.05.2020

    @Distel, wissen Sie was, lassen Sie`s doch einfach sein.

  • 9
    1
    Hinterfragt
    29.05.2020

    "...Die DDR als Vergleich für gute Wahlen heranzuziehen..."
    Wo hat sie das geschrieben???

  • 12
    1
    klapa
    29.05.2020

    Leider konnte der Autor des Artikel offenbar die Frage nicht beantworten, warum korrekt durchgeführte demokratische Wahlen neuerdings Proteststürme entfachen.

    Geht die Demokratie, wie wir sie kannten seit 30 Jahren, den Bach hinunter?

  • 1
    12
    gelöschter Nutzer
    29.05.2020

    @Peggi: Die DDR als Vergleich für gute Wahlen heranzuziehen... merken Sie selber, oder?

  • 9
    2
    OlafF
    29.05.2020

    Vielleicht gibt es noch eine dritte Varianten um die Katastrophe zu erklären? Unglaublich, wie konnte nur so ein schrecklicher Vorfall passieren? Wer hat nur so einen verdächtigen Poeten ins Amt getragen? Eins, ---zwei oder drei du musst dich entscheiden drei Felder sind frei. Die Verteidiger des Wahlergebnisses, jetzt selbst verdächtig gegen infantile Buntheit zu sein, müssen nun schnell abgewertet werden, um bei der nächsten oder vielleicht übernächsten Wahl-Korrektur die r i c h t i g e Entscheidung zu treffen. Schließlich wäre dann gesichert, dass die Kulturarbeit nicht die falsche Richtung einschlägt (…mmmutmaßlich).

  • 19
    2
    Christian1984
    28.05.2020

    Ein interessanter Artikel, der allerdings die wesentliche Frage ebenfalls nicht beantworten kann: Woher rührt die massive Aufregung um die Besetzung der Leitung des Radebeuler Kulturamtes durch Bernig? Liegt es an seiner Person selbst und der Einordnung rechts der Mitte oder daran, dass er Stimmen von CDU und AfD auf sich vereint hat?
    Ich finde es zudem etwas seltsam, dass man nun über eine Neubesetzung nachdenkt. Haben die Mitglieder des Stadtrates die Wahl in der ersten Runde nicht ernst genommen?
    Nun, Bernig ist mit Sicherheit nicht mittig (sofern es so etwas überhaupt gibt) oder gar links der Mitte einzuordnen und ja, seine Positionen zur Migrationspolitik der Bundesregierung sind sehr kritisch. Die im Artikel erwähnte "Kamenzer Rede" ist in der Wikipedia-Diskussion zur Bernig verlinkt. Ich empfehle jedem bei Interesse sich selber ein Bild zu machen.
    Jetzt zu meiner Frage: Ist eine jeder, welcher eine rechte - nicht rechtsextreme - Meinung vertritt, automatisch von der Besetzung von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen? Ist das die Meinungspluralität, die wir wollen? Geht diese wirklich nur von Links bis zur linken Mitte?
    Was nützen mir Attribute wie "bunt" und "weltoffen", wenn der real vorhandene Meinungskorridor auf einen solchen schmalen Spalt verengt wird?

  • 16
    6
    gelöschter Nutzer
    28.05.2020

    Muss man wieder mal eine Wahl "rückgängig machen"? Hatten wir doch schon mal. Allerdings NICHT zu DDR zeiten. Ungllaublich.