Leipzig-OBM-Wahl: Linke- und Grünen-Kandidatinnen verzichten

Im Rennen um den Leipziger Oberbürgermeister-Posten ändern sich die Verhältnisse. Die Kandidatinnen der Linken und der Grünen erklärten ihren Verzicht. Was bedeutet das für den entscheidenden zweiten Wahlgang?

Leipzig (dpa/sn) - Vor dem entscheidenden zweiten Wahlgang bei der Leipziger Oberbürgermeisterwahl verschieben sich die Gewichte. Die Bewerberinnen der Linken und der Grünen, Franziska Riekewald und Katharina Krefft, erklärten am Donnerstag ihren Rückzug. Sie hatten in der ersten Runde am vergangenen Sonntag 13,5 und 12,0 Prozent der Stimmen erreicht.

Der langjährige SPD-Rathaushaus Burkhard Jung, der sich für eine weitere Amtszeit bewirbt, hatte 29,8 Prozent erzielt. Damit lag er überraschend hinter dem CDU-Kandidaten, Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (31,6 Prozent). Das Leipziger Rathaus ist als eines der wenigen in der CDU-Hochburg Sachsen seit drei Jahrzehnten in SPD-Hand.

Die Linken riefen nach Riekewalds Verzicht ausdrücklich zur Wahl von Jung auf. «Das ist nicht bloß ein Rückzug, sondern eine ganz klare Wahlempfehlung für den 1. März», sagte die 39-jährige Riekewald.

Die Grünen gaben keine derart eindeutige Wahlempfehlung ab. «Meine Unterstützung ist, dass wir unseren Wahlvorschlag zurückziehen», sagte Krefft. Die Partei rufe ihre Anhänger dazu auf, das zu wählen, «was am meisten Grün in unsere Stadt bringt». Unterm Strich sei das Burkhard Jung, sagte Krefft.

Sowohl die Linken als auch die Grünen hatten sich vorab mit Jung getroffen. Die Linken sehen am ehesten mit dem SPD-Politiker Chancen, zentrale linke Punkte in der Kommunalpolitik umzusetzen. Sie habe sich per Handschlag mit Jung auf wichtige Inhalte geeinigt, sagte Riekewald. Dazu zählen Forderungen wie die Einführung eines 365-Euro-Tickets im Nahverkehr, mehr Kitas im kommunalen Betrieb und der Verzicht auf Privatisierung städtischer Unternehmen.

Krefft erklärte, es gebe Zusagen von Jung für eine verbesserte Zusammenarbeit - etwa für Fortschritte beim Radverkehr oder der Einrichtung von Gemeinschaftsschulen. Die Leipziger Stadtverwaltung habe bei der Umsetzung von Stadtratsbeschlüssen in der Vergangenheit zu zögerlich agiert, kritisierte Krefft.

Auch die AfD wollte am Donnerstag darüber beraten, ob ihr Kandidat beim zweiten Wahlgang noch einmal antritt oder verzichtet. Für Christoph Neumann hatten nur 8,7 Prozent der Wähler gestimmt. Damit war er nach eigener Auskunft nicht hundertprozentig zufrieden. Er wisse aber, dass AfD-Anhänger taktisch den CDU-Mann Gemkow gewählt hätten. Ihre Entscheidung wollte die AfD erst am Freitag bekannt geben.

Insgesamt waren acht Kandidaten im ersten Wahlgang angetreten. Auch der FDP-Bewerber Marcus Viefeld hatte bereits seinen Verzicht auf die zweite Runde erklärt. Er hatte keine Wahlempfehlung abgegeben.


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