Mordprozess gegen Vater: Luna laut Gutachterin erstickt

Dresden (dpa/sn) - Die dreijährige Luna ist nach Untersuchungen der Rechtsmedizin auf quälende Weise erstickt. Dies schilderte die Rechtsmedizinerin Jasmin Seibt am Freitag im Prozess um den gewaltsamen Tod des Mädchens vor dem Dresdner Landgericht. Möglicherweise sei dies mit einer weichen Bedeckung von Mund und Nase erfolgt, sagte sie. Hinweise auf Gewalteinwirkung an Hals und Brustkorb oder für Alkohol oder Betäubungsmittel gab es demnach nicht. Die Dreijährige sei bis auf eine leichte Erkältung gesund gewesen. Seibt geht trotz fehlender Verletzungsspuren davon aus, dass Luna sich wehrte. Solche Spuren könne etwa ein Handschuh verhindern.

Der Vater des Kindes ist wegen Mordes angeklagt. Dem 36-Jährigen wird vorgeworfen, seine Tochter am 21. Januar getötet zu haben. Laut Anklage wollte er seine Ehefrau bestrafen, die sich zuvor von ihm getrennt hatte. In der Vernehmung bei der Polizei hat sich der Mann auf Erinnerungslücken an dem Tag berufen, wie aus einem Beweisantrag der Verteidigung hervorgeht. Laut Seibt starb Luna zwischen 3.08 Uhr und 12.08 Uhr, genauer sei der Todeszeitpunkt nicht einzugrenzen.

Der Mann war aus seiner Wohnung geflohen, in der Luna auf Wochenendbesuch war, und später schlafend bei Nossen (Landkreis Meißen) in seinem Auto entdeckt worden. Er schweigt vor Gericht. Laut Seibt hatte er Schnittverletzungen an den Armen, die er sich selbst zugefügt haben könnte. Anzeichen für Alkohol-, Drogenkonsum oder psychische Erkrankungen habe es nicht gegeben.

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