Neue Ausgabe des Statistischen Jahrbuches erschienen

Durch welche Stadt in Sachsen verläuft der 15. Längengrad? Und bei wie vielen Scheidungen sind minderjährige Kinder betroffen? Über all das gibt das Statistsche Jahrbuch von Sachsen Auskunft.

Dresden (dpa/sn) - Kurz vor Jahresende hat das Statistische Landesamt Sachsen am Donnerstag die neue Ausgabe seines Jahrbuches vorgestellt. Es enthält auf rund 580 Seiten Zahlen, Tabellen und Diagramme mit Informationen zu den demografischen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen in Sachsen. «Diese Ergebnisse bilden eine wichtige Datengrundlage, die für verschiedene Bereiche des täglichen Lebens genutzt werden und damit als vorausschauende Planungshilfe für künftige Entscheidungen dienen können», hieß es. Die meisten Daten stammen aus dem Jahr 2018, aber auch ältere und aktuellere Zahlen sind dabei.

Bei der Präsentation des Jahrbuches stellte Behördenchefin Carolin Schreck vor allem Daten zur Klimaveränderung und ihren Auswirkungen im Freistaat vor. So gab es 2018 mit 2215 Tonnen die bislang geringste Menge bei der Erzeugung von Speisefisch in Sachsen - eine Folge des Hitzesommers, der in den Fischteichen zu Sauerstoffmangel führte. Sachsen ist mit dieser Menge bundesweit aber immerhin noch der viertgrößte Produzent von Binnenfischen.

Bei der klimafreundlichen Energieerzeugung hat Sachsen Nachholbedarf. Beim Strommix 2017 dominiert mit 75,1 Prozent klar die Braunkohle. Nur 13,5 Prozent der Stromerzeugung stammte aus erneuerbaren Energien, wobei wiederum Windkraft, Photovoltaik und Biogas mit zusammen 82 Prozent den größten Anteil ausmachen. Allerdings ist der Wandel auf diesem Gebiet auch in Sachsen spürbar. 2002 wurde noch 85 Prozent des Stroms aus Kohle gewonnen und nur 3,3 aus umweltfreundlichen Energien.

Im Kapitel Gesundheit ist beispielsweise vermerkt, dass 2018 im Schnitt 438 Ärzte und 96 Zahnärzte für die Betreuung von je 100 000 Einwohnern zur Verfügung standen. 1057 vorwiegend ältere Menschen kamen 2017 bei häuslichen Unfällen ums Leben, 175 bei Verkehrsunfällen und 20 durch Unfälle am Arbeitsort. 614 Menschen nahmen sich das Leben (2016: 645), darunter 477 Männer.

Die durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste bei Vollzeitjobs in Sachsen erhöhten sich im Produzierenden Gewerbe und in der Dienstleistungsbranche von 2756 Euro im Jahr 2014 auf 3193 Euro im Jahr 2018. Bei Männern betrug der Wert 3254 Euro, bei Frauen 3068 Euro - Beleg für die ungleiche Bezahlung der Geschlechter.

Viele Veränderungen sind im Laufe der Jahre statistisch belegbar, manches blieb unverändert - zum Beispiel die Länge der sächsischen Grenzen (1348 Kilometer) und zuletzt auch die Fläche des Freistaates. Während es früher durch Flächenausgleich mit Nachbarländern immer mal wieder kleine Schwankungen gab, liegt die Größe des Freistaates seit 2016 unverändert bei 18 450 Quadratkilometern.

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