Neue Gehaltsstufe für ältere Lehrer?

Lehrkräfte über 42 sollen laut CDU-Vorschlag künftig mehr verdienen

Dresden.

Für rund 25.000 angestellte Lehrer, die älter als 42 Jahre sind, könnte künftig eine neue Gehaltsklasse in Sachsen eingeführt werden. Diesen Vorschlag haben Finanzminister Matthias Haß und Kultusminister Christian Piwarz (beide CDU) nach Informationen der "Freien Presse" dem Koalitionspartner SPD unterbreitet. Damit sollen diejenigen Lehrer, die ab Januar aus Altersgründen nicht verbeamtet werden können, finanziell besser gestellt werden. Sie würden demnach durch die Höherstufung knapp 210 Euro brutto im Monat mehr verdienen. Die "Bild" hatte zuvor von 240 Euro berichtet. Insgesamt würden durch die neue Gehaltsstufe rund 30 Millionen Euro pro Jahr ausgegeben.

Seit Monaten gibt es Unmut vonseiten der älteren Lehrer wegen des angekündigten Lehrerpakets. Sie fühlen sich ungerecht behandelt und fordern eine adäquate Bezahlung im Vergleich zu den jüngeren Kollegen. Sachsen wird nur Lehrer, die jünger als 42 Jahre alt sind, verbeamten. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte deswegen erst in der vergangenen Woche Nachbesserungen am Lehrerpaket in Aussicht gestellt.

Unabhängig vom aktuellen Vorschlag waren im Lehrerpaket auch bisher Vereinbarungen für angestellte Lehrer getroffen worden. Unter anderem sind Beförderungsstellen und Leistungsprämien vorgesehen. Gegen eine ursprünglich angedachte Zulage hat die Tarifgemeinschaft deutscher Länder aber Einspruch eingelegt.

Die neue Gehaltsstufe, die nun ins Auge gefasst wird, soll ein Ersatz für die gescheiterte Zulage sein. Das Finanz- und das Kultusministerium sind überzeugt, dass die Tarifgemeinschaft deutscher Länder die Pläne nicht absegnen muss.

Unklar ist, ob die SPD dem jüngsten Vorschlag zustimmt. Die Koalition hat bislang keinen Konsens über eine neue Gehaltsstufe erzielen können. Für die Sozialdemokraten sind dem Vernehmen nach noch einige Fragen offen. Die Zeit drängt allerdings: Das Gesetz, mit dem das Lehrerpaket auf den Weg gebracht wird, soll eigentlich am Dienstag im Kabinett behandelt werden. So will man die Fristen einhalten, um mit der Verbeamtung im Januar beginnen zu können.

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1Kommentare
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  • 2
    0
    BlackSheep
    20.08.2018

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article181236276/Dramatischer-Lehrermangel-In-Berlin-und-Sachsen-muss-man-von-einem-Bildungsnotstand-sprechen.html
    So wird über den Zustand in Sachsens Schulen von anderen gedacht.



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