Projekt für Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund

Berlin (dpa) - Der Bund fördert die gesellschaftliche und politische Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund auf kommunaler Ebene in einem neuen Projekt bis Juni 2021 mit rund 1,2 Millionen Euro. Zehn Modellkommunen und -landkreise nehmen an «BePart» teil, Träger sind die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, und die Bundeszentrale für politische Bildung. Zu den Modellkommunen gehören auch Berlin, Leipzig, Erfurt und der sachsen-anhaltische Burgenlandkreis.

«Wer sich in der Schule, in der Kita oder im Wohnviertel engagiert, der spürt, was es heißt, Teil der Gemeinschaft zu sein», erklärte Widmann-Mauz am Montag in Berlin bei der Auftaktveranstaltung. «20,8 Millionen Menschen sind keine Randerscheinung» - so viele Menschen mit Migrationshintergrund gibt es in Deutschland. Jemand hat einen Migrationshintergrund, wenn er oder sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde.

Es gebe noch viel zu tun, sagte die CDU-Politikerin Widmann-Mauz. So hätten nur 58 Abgeordnete, also acht Prozent der Bundestagsabgeordneten, einen Migrationshintergrund. Es gebe genau so viele Parlamentarier mit den Vornamen Thomas, Michael oder Stefan. In den Landtagen liege der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund bei fünf Prozent, in den Stadträten bei vier Prozent. «Vor allem die Zahlen in den Kommunen müssen uns aufrütteln», sagte die Integrationsbeauftragte.

Das Projekt soll das Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund etwa in politischen Gremien stärken. Die Arbeit soll wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden. Die Ergebnisse sollen wahrscheinlich im Frühjahr 2021 bei einem nationalen Integrationsgipfel vorgestellt werden.

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