Sachsen-FDP stellt sich hinter Kemmerich

Dresden (dpa) - Nach Ansicht der sächsischen FDP hat sich an der politischen Distanz der Freien Demokraten zur AfD auch nach der Thüringer Ministerpräsidentenwahl nichts geändert. «Aus dem Abstimmungsergebnis im Erfurter Landtag erwächst keinerlei Grundlage irgendeines politischen Entgegenkommens», sagte der Landesvorsitzende der FDP Sachsen, Frank Müller-Rosentritt. Eine Zusammenarbeit mit der AfD sei mit seinem liberalen Weltbild nicht vereinbar. Die FDP-Position habe sich nicht verändert.

Die Wahl im Erfurter Landtag gewann am Mittwoch überraschend FDP-Kandidat Thomas Kemmerich. Er setzte sich bei der Abstimmung im entscheidenden dritten Wahlgang gegen den bisherigen Amtsinhaber Bodo Ramelow (Linke) durch - mit Stimmen aus der CDU und offensichtlich auch der AfD. Aus anderen Parteien in Sachsen kam teils heftige Kritik, es fielen Begriffe wie «Dammbruch» (SPD) und «Pakt mit Faschisten» (Linke).

Müller-Rosentritt appellierte an CDU, SPD und Grüne, sich in den kommenden Tagen Gesprächen mit Kemmerich nicht zu verschließen. Die thüringische SPD und die Grünen hatten allerdings bereits erklärt, nicht mit der FDP regieren zu wollen. Die CDU bot eine Zusammenarbeit hingegen an.


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7Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    3
    Interessierte
    08.02.2020

    Er muß wohl jetzt nicht auch noch gehen , obwohl er wohl nicht gratuliert hat ???

  • 6
    0
    Hankman
    08.02.2020

    Ja, es sollten alle miteinander reden. Bisher hat das aber leider nicht viel gebracht. Die CDU müsste vielleicht mal darüber nachdenken, ob ihr Unvereinbarkeitsbeschluss hinsichtlich der Linken im Osten in der bisherigen Strenge noch haltbar ist. Wenn in einem Land Regierungsmehrheiten ohne Linke oder AfD nicht mehr zu haben sind, muss eben auch die CDU sich entscheiden, was ihr lieber ist. Dem Herrn Müller-Rosentritt sollte mal jemand erklären, wie das in Thüringen im Moment aussieht. Ja, man kann den Traum träumen, dass Kemmerich einer von FDP, CDU, SPD und Grünen getragenen Regierung vorstehen könnte. Oder man geht realistisch an die Sache heran: Dieses Bündnis, wenn es denn überhaupt machbar wäre, käme zusammen auf 39 Sitze. Rot-rot-grün hat 42. Weder das eine noch das andere ist eine Mehrheit. Überdies haben sich CDU und FDP mit der Aktion vom Mittwoch dermaßen unmöglich gemacht, dass sie für eine Regierungsbeteiligung im Moment wohl anständigerweise nicht in Frage kommen.

  • 6
    4
    Zeitungss
    06.02.2020

    Wer die Sache gestern beobachtet hat, wird sich seine Meinung bilden. Die FDP mit gerade einmal 5 Abgeordneten stellt den MR. Auf ein solches Ergebnis kommt man nicht einmal im Vollrausch. Der AfDler hatte den Werdegang der Öffentlichkeit in den Nachrichtensendungen erklärt, scheint für einige Gestrige inzwischen der Normalfall zu sein. Vor der Neuwahl sollten einige Thüringer noch einmal Nachhilfeunterricht nehmen, bevor sie das Kreuzchen machen oder sich auf ein etwas späteres Erwachen einstellen. Ausgiebiger Schlaf ist zwar gesund, allerdings nicht immer.

  • 10
    3
    Lexisdark
    06.02.2020

    Mit wem will Kemmerich denn eine stabile Regierung bilden? Selbst mit CDU, SPD und Grünen schafft er keine Mehrheit. Und weil sich ja alle beschweren, dass die AfD nicht gefragt wird: Die Linke ist stärkste Partei. Mit ihr gäbe es eine Mehrheit. Aber da will der Sturkopf der FDP auch nicht mitmachen. Dann fliegt seine Partei bei Neuwahlen endgültig raus.

  • 10
    6
    Echo1
    06.02.2020

    Wenn es darum geht; Links, Rot, den gerechten Verteilungsgedanken, Kapitalismuskritiker zu verhindern, dann
    ist Teilen der sogenannte Mitte jedes Mittel
    recht. Da kooperieren sie mit den Rechten,
    mit der AfD. Die Wahl hat das bestätigt.

  • 5
    7
    Nixnuzz
    06.02.2020

    ..und gelbe Zitronenfalter falten mit blauen Augen Zitronen..

  • 2
    8
    Hinterfragt
    06.02.2020

    "...«Aus dem Abstimmungsergebnis im Erfurter Landtag erwächst keinerlei Grundlage irgendeines politischen Entgegenkommens»..."

    Ganz genau.

    Es gibt doch noch Politiker, die das Hirn einschalten ...

    Im Umkehrschluss wäre es dann nämlich so, dass die AfD in den Regierungen einfach allem zustimmt um zu "verhindern" ...