Sachsen hilft Katastrophenregionen

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Die dramatischen Bilder aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wecken schmerzliche Erinnerungen. Zur Flutkatastrophe 2002 an der Elbe gab es eine Hilfswelle aus ganz Deutschland - nun brauchen Menschen an Rhein und Ruhr die Solidarität der Sachsen.

Dresden (dpa) - Sandsäcke, Feuerwehren, Katastrophenschützer: Sachsen stellt Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen Technik und Manpower zur Verfügung und sammelt Spenden für Betroffene in den Flutregionen. Am Freitagnachmittag fährt ein erster Hilfstransport des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Richtung Rheinland-Pfalz, mit Ausstattung für Notunterkünfte, unter anderem 1500 Feldbetten, und entsprechend ausgebildetem Personal. Auch die Gerätewagenversorgung zur Trinkwasserabgabe steht bereit, inklusive der entsprechenden Katastrophenschutzhelfer. Zahlreiche Kommunen und Landkreise organisieren bereits Hilfe und richteten Spendenkonten ein - wie der Freistaat selbst.

«In dieser schweren Stunde hält Deutschland zusammen und wir als Sachsen wollen unseren Beitrag dazu leisten», sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und rief die Menschen auch unter Verweis auf die Solidarität aus ganz Deutschland bei der Flutkatastrophe 2002 dazu auf, zu helfen. Jetzt liege es an den Ländern, Hilfe abzurufen - von Sandsäcken über Versorgung bis zu einer anderen Infrastruktur für die Kommunikation. Die Dramatik sei so groß, «dass alle an ihrer Stelle tun müssen was sie können». Jeder könne die Betroffenen unmittelbar unterstützen, mit einer Spende für «Sachsen hilft!».

Die sächsischen Kommunen stehen bereit, ihre Partner und Kollegen zu unterstützen, die Länder sind um Koordination dieser Hilfe gebeten, wie der Präsident des Sächsischen Städte- und Gemeindetages, Bert Wendsche (CDU), sagte. «Solidarität darf keine Einbahnstraße sein.» Viele Bürgermeister und Landräte hätten bereits ihre Feuerwehren aktiviert, inklusive Fahrzeugen. Der Landkreis Bautzen stellt 25 Einsatzkräfte für die Betreuung Betroffener und den Sanitätsdienst zur Verfügung. «Aus eigenem Erleben wissen wir, was dies für die betroffenen Regionen bedeutet», sagte Landrat Michael Harig (CDU). «Wir müssen jetzt unseren Beitrag leisten», forderte sein Pirnaer Kollege Michael Geisler (CDU) die Menschen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zur Solidarität und Spenden auf.

Auch die Städte Eilenburg (Nordsachsen) und Aue-Bad Schlema (Erzgebirge) bitten um Spenden für die Betroffenen, «die ihre Liebsten und ihre Existenzgrundlage verloren haben und nun vor dem Nichts stehen», wie das Rathaus mitteilte. Aue-Bad Schlema verwies auf die dramatische Lage in der Partnerstadt Solingen (NRW) sowie deren Hilfe bei der Hochwasserkatastrophe 2002 im Erzgebirge, und appellierte: «Zeit für Solidarität».

Der evangelische Landesbischof Tobias Bilz forderte Sachsens Christen auf, die Menschen in den überschwemmten Regionen auch konkret zu unterstützen. «Wir haben 2002 und 2013 die unglaubliche Hilfs- und Spendenbereitschaft von Menschen aus ganz Deutschland selbst erfahren dürfen», sagte er. Die «gute Erfahrung des Getragenseins» könne nun an andere weitergegeben werden. «Wo auch immer Sie vielleicht private Kontakte haben – nutzen Sie diese und fragen Sie, welche Menschen oder Einrichtungen Hilfe benötigen», bat er. «Jeder Brief, jede Nachfrage, jede kleine Spende hilft in einer solchen Notlage.»

Unwetter hatten am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ganze Landstriche verwüstet, Orte von der Außenwelt abgeschnitten und Häuser weggespült. Nach derzeitigem Stand sind mehr als 100 Menschen wegen der Wassermassen ums Leben gekommen. In Rheinland-Pfalz werden noch Dutzende Menschen vermisst.

Die Flutkatastrophe 2002 hatte in Sachsen ganze Landstriche verwüstet und 21 Menschen das Leben gekostet. Damals hatten Hilfsorganisationen Mitarbeiter nach Sachsen geschickt und viele freiwillige Helfer die Rettungsaktionen und später den Wiederaufbau unterstützt.

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