Spitzengespräch zur Corona-Krise in Dresdner Staatskanzlei

Die Corona-Infektionszahlen steigen auch in Sachsen. Bund und Länder beschließen schärfere Maßnahmen und Einschnitte in Regionen mit vielen Neuinfektionen. Was das für Sachsen heißt, wird nun beraten.

Dresden (dpa/sn) - Einen Tag nach Beratungen von Bund und Ländern über weitere Corona-Maßnahmen will sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) mit Vertretern sächsischer Kommunen treffen. Gemeinsam mit Landräten, Oberbürgermeistern und Ministern will er am Donnerstag in Dresden über das weitere Vorgehen beraten. Zuvor hatten die Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch bis in den späten Abend um eine einheitlichere Linie in der Pandemie-Bekämpfung für den Herbst und den Winter gerungen.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus vereinbarten sie schärfere Corona-Regeln. Dazu gehören weniger Gäste bei Feiern sowie eine Sperrstunde in Hotspots. Eine Entscheidung über das umstrittene Beherbergungsverbot für Urlauber aus innerdeutschen Risikogebieten wurde jedoch vertagt. Bis zum 8. November soll diese umstrittene Maßnahme demnach auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

Sachsen Regierungschef Kretschmer kritisierte dies: «Das ist eine Enttäuschung. Das Beherbergungsverbot in der jetzigen Form ist nicht verhältnismäßig. Es trifft so viele Menschen, die nichts mit dieser Krankheit zu tun haben, und deswegen wäre es besser gewesen, wenn es hier eine Verständigung gegeben hätte. Wir sind ein Land und deswegen muss es auch möglich sein, dass die Menschen sich bewegen können», sagte Kretschmer im Anschluss an das Treffen.

Die sächsische Staatsregierung werde am Donnerstag darüber beraten. Bei dem Treffen in der Dresdner Staatskanzlei werden auch Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD), Innenminister Roland Wöller und Kultusminister Christian Piwarz (beide CDU) dabei sein.

«Wir werden auch jetzt noch vor den Ferien die Möglichkeit schaffen, dass die Sachsen in den Urlaub fahren können», so Kretschmer. «Ich bin schon der Meinung, dass wir jetzt auch konsequent handeln müssen, ohne Hysterie», so der CDU-Politiker.

Das Beherbergungsverbot sei aus seiner Sicht jedoch zu rabiat. Es gilt für Menschen aus Städten oder Landkreisen, in denen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner gab. In Sachsen trifft dies auf das Erzgebirge und den Landkreis Zwickau zu. Sie dürfen derzeit in zahlreichen Bundesländern nicht als Touristen in einer Herberge übernachten; es sei denn, sie können einen höchstens 48 Stunden alten negativen Coronatest vorweisen.

00 Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.