Toter in Bankfiliale: Prozess gegen Polizisten erst 2019

Zwickau (dpa/sn) - Die Folgen eines Polizeieinsatzes in einer Zwickauer Bankfiliale im Juli 2015 werden voraussichtlich erst im kommenden Jahr vom Gericht überprüft. Nach dem Tod eines 27-Jährigen damals sind drei Polizisten wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Mit einem Termin für den Prozess sei aber erst 2019 zu rechnen, sagte ein Sprecher des Landgerichts Zwickau am Montag auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Bei dem Vorfall vor mehr als drei Jahren hatte der 27-Jährige zunächst in einer Bankfiliale in der Zwickauer Innenstadt gegen einen Geldautomaten getreten, den Störknopf gedrückt und selbst Alarm ausgelöst. Zwei Beamte konnten den um sich schlagenden Zwickauer jedoch nach damaligen Polizeiangaben nicht beruhigen, ihnen kamen drei Kollegen zu Hilfe. Als die Polizisten ihm Handfesseln angelegt hatten, war der Mann plötzlich ohnmächtig geworden. Versuche, ihn wiederzubeleben, blieben erfolglos.

Demnach holte das Gericht zunächst vier medizinische Gutachten ein, bevor es die Anklage von Dezember 2016 zuließ. Bei dem Toten handelte es sich den Angaben zufolge um einen Bodybuilder. Der Prozess im kommenden Jahr muss nun zeigen, welche Rolle eine Herzerkrankung und ein möglicher Drogenkonsum des Mannes spielten oder ob ein Fehlverhalten der Polizisten vorlag.

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