Warnstreik legt Teile des regionalen Linienverkehrs lahm

Am Mittwochmorgen hat ein Warnstreik den regionalen Linienverkehr in weiten Teilen Sachsens lahmgelegt. Auch Taxifahren gestaltete sich schwierig.

Dresden (dpa/sn) - Zahlreiche Busse sind am frühen Mittwochmorgen in Sachsen still gestanden. Weit mehr als die angekündigten 1376 Beschäftigten hätten sich dem Warnstreik angeschlossen, sagte Jürgen Becker von der Gewerkschaft Verdi am Mittwochmittag. Busfahrer seien sogar aus dem Urlaub gekommen, um sich zu solidarisieren.

«Im Dresdner Stadtverkehr gab es durchaus Einschränkungen», sagte Falk Lösch, Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe. Ab etwa 9.00 Uhr verkehrten die betroffenen Linien aber wieder fahrplanmäßig. Vorwiegend waren Busse von dem Warnstreik betroffen, die Straßenbahnen in Dresden und Chemnitz fuhren wie geplant.

Grund für den Warnstreik: Die Gewerkschaft Verdi fordert vom Arbeitgeberverband Nahverkehr e.V. einen höheren Stundenlohn und die Anhebung der Ausbildungsvergütung. Für den Donnerstagvormittag seien nach Angaben von Becker Tarifverhandlungen geplant. In der ersten Tarifverhandlung hatten die Arbeitgeber nach Verdi-Angaben bislang kein Angebot vorgelegt, allerdings die Forderung nach einer Erhöhung des Stundenlohns etwa für Busfahrer von derzeit laut Gewerkschaft 12,30 Euro auf 15,66 Euro als «absurd» zurückgewiesen. «Ich hoffe, dass die Arbeitgeber nun ein Angebot vorlegen», sagte Becker.

Neben Bus- und Straßenbahnfahrern waren auch Schlosser, Fährleute, Verwaltungsangestellte und Auszubildende aufgefordert, ihre Arbeit vorübergehend niederzulegen. Mehr als 3000 Arbeitnehmer und Auszubildende sind nach Angaben von Verdi in den betroffenen Verkehrsgesellschaften beschäftigt.

Für Fahrgäste, die vom Warnstreik betroffen waren, dürfte sich auch das Ausweichen auf Taxis schwierig gestaltet haben. Der Bundesverband Taxi und Mietwagen (BZP) hatte Fahrer in rund 30 deutschen Städten, darunter auch Leipzig und Dresden, zu Protestaktionen aufgerufen. Die Taxifahrer wollen sich damit gegen eine geplante Liberalisierung des Marktes stellen.

Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) stellte sich hinter die Taxifahrer. «Wenn wir über eine Liberalisierung des Marktes reden, dann müssen klare Bedingungen erfüllt sein», teilte er mit. Wie viele Fahrer sich an den Protesten in Sachsen beteiligten, stand nach Angaben des BZP am Mittwochnachmittag noch nicht fest.

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