Wenig Andrang in Sachsens Wintersportregionen: Kaum Verstöße gemeldet

Der befürchtete Ansturm auf die Wintersportgebiete in Sachsen bleibt am Samstag zunächst aus. Die angekündigten Kontrollen und Appelle zeigen wohl Wirkung. Unterdessen bleibt der Freistaat Corona-Hotspot.

Leipzig (dpa) - Trotz winterlicher Kulisse hat sich der Andrang in den sächsischen Wintersportregionen bislang in Grenzen gehalten. Es gab zwar Spaziergänger und Ausflügler, ein Ansturm wie am vergangenen Wochenende blieb bis Samstagnachmittag jedoch aus, wie Sprecher der Polizeidirektionen Chemnitz und Zwickau sagten. Die Polizei hatte Schwerpunktkontrollen an den Parkplätzen zu den Ski- und Rodelhängen im Erzgebirge, dem Fichtelberg und im Vogtland angekündigt. Dabei sollte verstärkt auf die Einhaltung der Corona-Schutzverordnung geachtet werden.

Im Vogtland kündigte die Polizei Kontrollen in Schöneck und Klingenthal an, im Erzgebirge sollte Augustusburg ein Schwerpunkt sein. Dort war der Parkplatz zum Ski- und Rodelgebiet Rost's Wiesen gesperrt worden. Der Betreiber hatte die Stadt und die Polizei um Hilfe bei der Durchsetzung des Verbots gebeten. Laut Polizei kam es aber bis Samstagnachmittag zu keinem einzigen Verstoß.

Zudem hatte es Anzeichen gegeben, dass trotz Absage etliche Biker zum 50. Wintertreffen der Motorradfahrer auf Schloss Augustusburg anreisen würden. Es sei aber ruhig geblieben, sagte ein Polizeisprecher. Die traditionelle Veranstaltung war bereits im November wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Das Jubiläum soll nun am 8. Januar 2022 auf Schloss Augustusburg gefeiert werden. Normalerweise kommen jedes Jahr Tausende Motorradfahrer aus dem In- und Ausland sowie Schaulustige zu dem Bikertreff.

Gemeinsam mit dem Ordnungsamt und der Polizei werde dafür gesorgt, dass die Bewegung im Freien nicht wieder zu Pulkbildungen auf gesperrten Flächen führe, sagte der Augustusburger Bürgermeister, Dirk Neubauer. «Die Menschen dürfen für Spaziergänge in den Wald und auch auf verschneiten Hügeln rodeln. Es darf aber nicht wieder zu Menschenaufläufen wie vergangenes Wochenende kommen», sagte der SPD-Politiker.

Unterdessen bleibt Sachsen deutschlandweit der Corona-Hotspot. Alleine von Freitag auf Samstag wurden 2752 Neuinfektionen registriert, insgesamt schlagen für den Freistaat seit Beginn der Pandemie im vergangenen März 152 459 Corona-Infektionen zu Buche, wie aus den aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht.

Der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt aktuell bei 339,1. Deutschlandweit liegt der Wert derzeit bei 154. Landesweit und bundesweit hat laut RKI nach wie vor der Landkreis Meißen mit 558,1 den höchsten Inzidenzwert. Die Daten sind derzeit aber noch schwierig zu interpretieren, weil es über den Jahreswechsel Verzögerungen gegeben hat.

In Sachsen nehmen die 13 Impfzentren an diesem Montag ihre Arbeit auf. Zuerst werden Beschäftigte von Rettungsdiensten und ambulanten Pflegediensten geimpft. Termine können über ein Buchungsportal vereinbart werden, finden laut Gesundheitsministerium wohl aber erst ab dem 18. Januar statt. Weil der Impfstoff knapp ist, können sich zunächst nur Menschen impfen lassen, die aufgrund ihres Alters oder ihres Berufes einem Risiko ausgesetzt sind. Spritzen und Kanülen stehen für alle Impfzentren ausreichend zur Verfügung, wie es im Gesundheitsministerium hieß.

Zugleich treten am Montag mit der neuen Corona-Schutzverordnung strengere Regeln in Kraft. Der Lockdown wird bis zum 7. Februar verlängert, Schulen und Kitas bleiben zum Großteil geschlossen. Lediglich Abschlussklassen sollen ab dem 18. Januar mit dem Präsenzunterricht starten. Zudem darf sich ab Montag ein Haushalt nur noch mit einer weiteren Person treffen. Ausnahme: Die abwechselnde Beaufsichtigung von Kindern unter 14 Jahren ist erlaubt. Die Kinder dürfen aber höchstens aus zwei Haushalten kommen.

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