Zeitplan für Kohleausstieg: Gemischte Reaktionen in Lausitz

Was bringt der Zeitplan der Bundesregierung für den Kohleausstieg der Lausitz? Bei Kommunen, der Wirtschaft und Umweltschützern in der Region kommen die Ergebnisse unterschiedlich an.

Jänschwalde (dpa) - Der Zeitplan der Bundesregierung für den Ausstieg aus der Braunkohle mit den Fristen für die Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe (beide Spree-Neiße) ist in der brandenburgischen Lausitz unterschiedlich aufgenommen worden. Das Energieunternehmen Leag als Betreiber äußerte sich zunächst verhalten. Man nehme die vorgestellten Ergebnisse zur Kenntnis und sei mit der Bundesregierung weiterhin in konstruktiven Gesprächen zur Ausgestaltung des Kohleausstiegs, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Den Plänen nach soll das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde von 2025 bis 2028 stillgelegt werden. Zwei Blöcke wurden bereits in den vergangenen zwei Jahren abgeschaltet. Dort sind rund 850 Mitarbeiter beschäftigt. Das Kraftwerk Schwarze Pumpe mit rund 330 Mitarbeitern soll bis Ende 2038 vom Netz.

Der Landrat des Landkreises Spree-Neiße, Harald Altekrüger (CDU), bewertete es positiv, dass die Bundesregierung eine Entscheidung getroffen habe. Allerdings müssten in der Region jetzt dringend neue Ersatzindustrie-Arbeitsplätze geschaffen werden. Bundesminister Peter Altmaier (CDU) habe bei einem Besuch in der Lausitz gesagt, erst würden neue Arbeitsplätze geschaffen und dann die Kraftwerke abgeschaltet. Im Moment laufe es andersherum, kritisierte Altekrüger.

Ähnlich äußerten sich die Industrie - und Handelskammer (IHK) und die Stadt Cottbus. Der konkrete Ausstiegsfahrplan schaffe nun endlich Planungssicherheit für die Beschäftigten in den Kraftwerken, Tagebauen und Energieversorgungsunternehmen, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Marcus Tolle. «Nun bedarf es auch klarer Aussagen in einem gut gemachten Strukturstärkungsgesetz, um weitere Planungssicherheit zu erzeugen.» Die Forderungen der Lausitz zur Überarbeitung des bisherigen Entwurfs seien breit an die Politik herangetragen worden. «Was wir brauchen, sind Investitionsanreize.»

Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe erklärte: «Von einem Durchbruch insgesamt können wir erst sprechen, wenn tatsächlich neue Arbeitsplätze geschaffen sind, die Menschen in Cottbus neue Perspektiven erkennen, wenn gebaut wird und Ansiedlungen sichtbar sind.»

Kritik am Abschaltplan für die Kraftwerke kam vom Umweltnetzwerk Grüne Liga. Sprecher René Schuster bezeichnete in Cottbus den Ausstiegspfad für die Braunkohlenkraftwerke als klimapolitisches Einknicken der Bundesregierung vor den Kraftwerksbetreibern. Der Plan beende jedoch die Diskussion um neue Abbaugebiete in der Lausitz.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...