Zwei Dresdner Hausbesetzer verurteilt: Bewährungsstrafen

Dresden (dpa/sn) - Vier Monate nach der friedlichen Besetzung dreier leerstehender Stadtvillen im Dresdner Szeneviertel Neustadt sind zwei Mitglieder der Initiative «Wir besetzen Dresden» zu milden Strafen verurteilt worden. Das Amtsgericht verwarnte die Pharmazeutin (30) und den Verkäufer (31) und verhängte am Mittwoch jeweils eine Geldstrafe in Höhe von 200 Euro, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Richter Arndt Fiedler lobte das gemeinnützige und friedliche Engagement der nicht vorbestraften Angeklagten, kritisierte aber die Wahl ihrer Mittel. Die Initiative sollte besser Politiker für ihre Forderungen interessieren, empfahl er. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Mitte Januar hatten etwa zwei Dutzend junge Menschen mit der Besetzung «Mietenwahnsinn», das Fehlen sozialer Räume und den Verfall der Gebäude kritisiert. Gesprächsversuche mit deren Eigentümer, einem Unternehmen, scheiterten. Vor Gericht als haltlos erwies sich der Vorwurf, wonach die Besetzer über 11 000 Euro Schaden verursacht hätten. Tatsächlich hatten die jungen Leute dort aufgeräumt und Unrat beseitigt, sagte der Richter.

Die Polizei hatte die Besetzung am 20. Januar nach vier Tagen beendet. Unter anderem ein Spezialeinsatzkommando holte dabei Menschen vom Dach, die sich dort verschanzt hatten. An beiden Prozesstagen hatten Dutzende Unterstützer vor dem Amtsgericht protestiert, wo weitere Verfahren gegen Hausbesetzer anhängig sind.

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