FSV Zwickau vor hoher Hürde in Münster

Der Fußball-Drittligist hat seinen Heimfluch beendet, dennoch nur drei Punkte Luft zum Abstiegsplatz. Der Torjäger des FSV macht eine Ansage.

Zwickau.

Joe Enochs, der Trainer des FSV Zwickau, ist vielseitig talentiert. Am Donnerstag schlüpfte der Coach auf der obligatorischen Wochenpressekonferenz des Vereins in die Rolle des Journalisten und fragte seinen Spieler Christian Bickel: "Wie schön war es gegen Großaspach zwei Tore vorzubereiten?" Der Profi spielte den Ball geschickt zurück: "Ein gutes Gefühl, auf jeden Fall. Grundsätzlich war es schön, mal wieder von Beginn an zu spielen."

Wenn seine Mannschaft am Samstag im letzten Hinrundenduell bei Preußen Münster nur ansatzweise so gut auf dem Platz kontert, sollte etwas zu holen sein bei den Westfalen. Das Team von Marco Antwerpen gleicht aktuell einem angeschlagenen Boxer. Nach fantastischem Saisonstart mit zwischenzeitlich zweimal Platz eins und fünf Spieltagen auf Rang zwei der Tabelle, rutschte der SC in ein Formtief. Aus den letzten fünf Partien gab es nur vier Zähler, zuletzt ein 0:5 in Karlsruhe. Zu allem Überfluss sah Abwehrchef Ole Kittner die Rote Karte und muss nun gegen Zwickau - vermutlich durch Simon Scherder - ersetzt werden.

"Mir wäre es lieber gewesen, Preußen hätte 5:0 gewonnen, statt 0:5 verloren", sagte FSV-Verteidiger Nico Antonitsch mit Blick auf die Motivation des Gegners, die Schlappe wieder ausmerzen zu wollen. Wie auch immer, der Österreicher stellt sich auf einen arbeitsreichen Tag im Preußenstadion ein. Über die Offensivstärke des SC braucht es keine großen Worte, auch wenn Torjäger Rufat Dadashov (7 Treffer) verletzt ausfällt. Mit René Klingenburg und Martin Kobylanski hat Preußen auch so jede Menge Offensivqualität zu bieten. Trainer Joe Enochs macht sich deshalb nichts vor: "Wir müssen wirklich eine gute Leistung bringen, wenn wir aus Münster etwas mitnehmen wollen."

Gut möglich, dass Enochs diesmal zu einer Viererabwehrkette zurückkehrt, um noch mehr defensive Stabilität zu erlangen. Mit Nils Miatke, der nach zwei Tagen Mannschaftstraining beim 3:0-Heimsieg gegen Großaspach bereits wieder im Aufgebot stand, besitzt der Trainer eine Alternative für die linke Seite. Und auch Kapitän Toni Wachsmuth hofft erneut auf ein Comeback nach seinem Magen-Darm-Infekt.

Torjäger Ronny König sieht übrigens die finanziell angespannte Lage seines Arbeitgebers (rund 740.000 Euro Defizit im laufenden Saisonetat) losgelöst von den sportlichen Auftritten. "Bisher hat der Verein immer alles hinbekommen. Unser Job ist es, auf dem Platz Leistung zu bringen", formulierte König eine Ansage an die Mannschaft. Und was heißt das für Münster? "Keine Ahnung. Wir haben dort bisher einmal auf den Sack bekommen und einmal gewonnen." Vielleicht gibt es ja diesmal für beide was Zählbares.

Voraussichtliche Aufstellung, FSV: Brinkies - Barylla, Wachsmuth, Antonitsch, Lange - Frick - Bickel, Könnecke, Miatke (Kartalis) - König, Lauberbach.

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