Mit Witz und Wille

Der FSV Zwickau hat mit einem eindrucksvollen 3:0-Erfolg gegen den SC Paderborn einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf gelandet. Dabei ließen die Hausherren sogar noch etliche Chancen liegen.

Zwickau.

Wenn, dann richtig. Mit einem 3:0 schickte der FSV Zwickau am Samstag die Gäste aus Paderborn heim. Im Duell Absteiger gegen Aufsteiger glänzten die Westsachsen mit einer geschlossenen Teamleistung und viel Spielwitz und waren über die 90 Minuten die klar dominante Mannschaft. "Wir wussten um die Bedeutung dieses Spieles, dass wir unbedingt die drei Punkte brauchen, wenn wir bis Weihnachten Anschluss an den ominösen Strich der Tabelle schaffen wollen. Ich bin erleichtert, denn die Jungs haben gezeigt, dass wir an uns glauben und das Zeug für die dritte Liga haben", freute sich FSV-Trainer Torsten Ziegner.

Die Zwickauer begannen sofort mit hohem Pressing und kauften den Westfalen vom Anpfiff weg den Schneid ab. Das erste Achtungszeichen setzte Ronny König bereits nach 23 Sekunden, als er frei vor dem Tor nicht richtig hinter den Ball kam und an Paderborns Keeper Till Brinkmann scheiterte. Beim zweiten Abschluss konnte König jubeln, als er sich nach Vorlage von Marcel Bär in den Ball warf und ihn ins Netz drückte. "Das sind meine Dinger, auf die ich vor dem Tor spekuliere", wurde der 33-Jährige seinem Ruf als Strafraumstürmer gerecht.

Das muntere Toreschießen hätte bis zur Pause weitergehen können, denn Chancen besaßen die Zwickauer am laufenden Band. Doch die schon gegen Münster gezeigten Abschlussschwächen verhinderten ein Debakel für Paderborn. Die einzige Chance der Gäste, als der Ex-Dresdener Zlatko Dedic aus Nahdistanz einnetzte (29.), wurde vom guten Schiedsrichter Benjamin Schwermer wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen. Auf der Gegenseite verpassten es Christoph Göbel (20.), Jonas Nietfeld (24.) und Mike Könnecke (36.), den Vorsprung auszubauen. Nietfeld hatte zudem Pech mit zwei Aluminiumtreffern und schien zum tragischen Held der Partie zu werden.

Kurz vor der Pause schwächten sich die Gäste selbst, als Niko Dobros in Nähe der Mittellinie mit einem rüden Einsteigen Patrick Wolf von den Beinen holte. Logische Konsequenz war die Rote Karte für den Paderborner Mittelfeldspieler.

Kurz nach Wiederbeginn stellten die Zwickauer die Weichen endgültig auf Sieg, als Mike Könnecke nach herrlichem Doppelpass mit Jonas Nietfeld den Ball überlegt im rechten Toreck platzierte. "Klasse, wie der Nieter den Ball mir wieder durchgesteckt hat", freute sich Könnecke über sein Tor, mit dem er sich laut Torsten Ziegner "für die guten Trainings- und Wettkampfleistungen der letzten Wochen belohnte."

Mit dem 2:0 verloren die Paderborner den letzten Funken an Widerstandskraft und bekamen kein Bein mehr auf den Platz. Die Heim-Elf hielt das Tempo hoch und erspielte sich weitere Chancen. Schließlich wurde auch noch Jonas Nietfeld für seinen starken Auftritt belohnt. Nachdem sich Marcel Bär auf dem rechten Flügel wirkungsvoll in Szene gesetzt hatte, flankte er in die Mitte, wo Nietfeld mit einem platzierten Kopfball in den rechten Torwinkel den Sack zu machte. Danach beschränkte sich der FSV darauf, den Vorsprung über die Runden zu bringen. Probleme bei den leicht winterlichen Temperaturen hatte eigentlich nur der kaum geprüfte Johannes Brinkies, der sich fast über die gesamte Distanz mit Laufen und gymnastischen Übungen warm halten musste. "So einen ruhigen Nachmittag hatte ich in dieser Liga noch nicht", gestand der FSV-Keeper.

Torsten Ziegner wollte nach dem "tollen Erfolg der ganzen Mannschaft" eigentlich niemand hervor heben, konnte es ich dann aber nicht verkneifen zwei Namen zu nennen: "Ich freue mich für Jonas Nietfeld, der sich auch nach Rückschlägen immer wieder voll reingehängt und richtig Gas gegeben hat. Ein Sonderlob muss ich auch Patrick Wolf zollen, der nach seiner schweren Verletzung stark zurückgekommen ist." In der Stunde des Triumphes warf Ziegner den Blick auch schon nach vorn: "An der Effektivität müssen wir weiter arbeiten, denn in Osnabrück und gegen Duisburg werden wir nicht so viele Chancen bekommen."

 "Wir wollen bis zur Winterpause den Anschluss schaffen"

Nach mehreren vergeblichen Versuchen erzielte Jonas Nietfeld am Samstag doch noch sein Tor. Gerd Daßler sprach nach dem Spiel mit dem FSV-Angreifer.

Freie Presse: Herr Nietfeld, es hieß, Sie wollten in Zwickau schon die Tore versetzen lassen?

Jonas Nietfeld: Das ist schon wie verhext, wenn man innerhalb einer Woche dreimal Aluminium trifft. Doch endlich hat es wieder geklappt. Viel wichtiger war der Sieg für die Mannschaft, in der jeder alles für den Erfolg gegeben hat.

Es ist auffällig, dass Sie vom Spiel mit zwei Stürmern profitieren und gut mit Ronny König harmonieren.

Ja, das kann man so stehen lassen, wobei ich auch kein Problem habe, als einzige Spitze zu spielen, wenn der Trainer das so will. Ronny und ich, wir sind zwei unterschiedliche Stürmertypen und passen deshalb gut zusammen. Er hat viele Erfahrungen im Profifußball gesammelt, von denen ich profitieren kann. Ich komme ganz vorn aber auch gut mit Marc-Philipp Zimmermann klar, der eine Option für die Mannschaft ist.

Wie lauten Ihre Ziele bis zur Winterpause?

Mit Osnabrück und Duisburg haben wir zwei ganz schwere Kaliber vor der Brust. Doch wir haben in den letzten Spielen gezeigt, dass wir in der Liga angekommen sind, in Köln und gegen Münster stimmten nur die Ergebnisse nicht. Wenn wir noch effektiver werden, sind wir nicht chancenlos. Ich musste gegen Paderborn schon vor der Pause das 2:0 machen, als ich frei vor dem Tor war. Wir wollen bis zur Winterpause den Anschluss schaffen und in der Rückrunde alles tun, damit in diesem wunderschönen Stadion weiter in der dritten Liga gespielt wird.

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