Sieg mit Elfmetertöter und Goldköpfchen

Dem FSV Zwickau ist in der 3. Fußball-Liga ein riesiger Schritt in Richtung Klassenverbleib geglückt. Mit 1:0 zwangen die Westsachsen die SpVgg Unterhaching in die Knie.

Unterhaching.

Es war die 87. Minute im Sportpark Unterhaching: Stürmer Ronny König nahm seine Kräfte zusammen und sprintete mit seinen 35 Jahren über den ganzen Platz bis an den eigenen Strafraum zurück, um die Kollegen in der Abwehr zu unterstützen. Besser hätte diese Szene nicht symbolisieren können, wie der FSV Zwickau seinen ersten Auswärtssieg des Jahres unter Dach und Fach brachte. Mit aufopferungsvollem Kampf rutschten die Profis in jeden gefährlichen Ball der Rand-Münchner, die in der 4-minütigen Nachspielzeit die achte sieg- und torlose Partie mit aller Macht verhindern wollten. Doch vergebens. Mit 1:0 behielt der FSV die Oberhand, kletterte in der Tabelle an den Unterhachingern vorbei auf Platz 11 und kann mit nunmehr 43 Zählern ganz tief durchatmen.

"Wir sind noch nicht durch. Aber das war ein großer Schritt", sagte Siegtorschütze Lion Lauberbach. "Wir wussten, wenn wir alles reinwerfen, dass wir da etwas mitnehmen können. Auch wenn es nicht unser bestes Spiel und der Sieg etwas glücklich war. Wir haben gebissen und gekratzt", erklärte der Stürmer nach seinem goldenen Kopfballtreffer in der 60. Minute. Vorausgegangen war ein gewonnener Zweikampf des agilen Morris Schröter, der von der rechten Seite mustergültig flankte. Damit zeigte die Elf von Joe Enochs, dass die Variante, die zuletzt gegen Wiesbaden zweimal zum Erfolg führte, nicht nur von der linken Seite mit Vorbereiter Nils Miatke und Ronny König als Vollstrecker funktioniert. "Es fühlt sich schön an, weil es auch schon im Training gut geklappt hat. Zum Glück haben wir uns belohnt", freute sich Lauberbach, nachdem er den hüpfenden Spielerkreis aus der Mitte dirigiert hatte. Später ließ sich Lauberbach mit den Teamgefährten vor der Fankurve feiern.

Dass der baumlange Angreifer von einem glücklichen Sieg sprach, hing sicher auch mit zwei spielentscheidenden Szenen zusammen. So gab die unsichere Schiedsrichterin Katrin Rafalski in der Nachspielzeit einen Elfmeter für die Gastgeber. FSV-Kapitän Toni Wachsmuth war beim Abwehrversuch in Maximilian Krauß gerutscht, nachdem der Hachinger bereits übers Tor geschossen hatte. Doch vom Strafstoßpunkt offenbarte sich das ganze Dilemma der Platzherren, die in der Winterpause noch vom Aufstieg geträumt hatten. Kläglich vergab Stefan Schimmer. Johannes Brinkies wehrte den Schuss ab, und der aufmerksame René Lange drosch den abgewehrten Ball ins Aus. Mit acht Spielen ohne Tor stellte Haching einen Vereinsrekord auf, auf den jeder gern verzichtet hätte. Und die zweite Szene betraf Lauberbachs Vorgeschichte zum Tor. So monierte SpVgg-Coach Claus Schromm ein Foul von FSV-Mittelfeldmann Davy Frick an Lucas Hufnagel. "Ein glasklares Foul", sagte Schromm und rief mit zerknirschter Miene den Kampf um den Klassenverbleib aus.

Den hat der FSV von Saisonbeginn an angenommen. Ostersamstag gastieren die Kickers aus Würzburg in Zwickau. Bis dahin ist vor allem Regeneration angesagt. Julius Reinhardt lag nach Abpfiff von Krämpfen geplagt erschöpft auf dem Rasen, ließ sich von Mitspielern an den Waden behandeln. Auch Morris Schröter lief solange ihn die Beine trugen. In der 90. Minute signalisierte der schnelle Rechtsaußen, dass es nicht mehr geht. Schröter: "Die Muskeln haben zugemacht. Aber das ist jetzt egal. Wir wollen gegen Würzburg den Sack zubinden und den Klassenverbleib feiern."

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