Warum Antonitsch das Abenteuer mied

Drittligist FSV Zwickau tritt morgen in Karlsruhe an. Gegen den favorisierten KSC wird es auch auf Verteidiger Nico Antonitsch ankommen. Vor dem Spiel erklärt der Österreicher, warum er lange überlegte und dann doch einen neuen Vertrag beim FSV unterschrieb.

Zwickau.

Für Nico Antonitsch ist Zwickau die erste Auslandserfahrung als Fußballprofi. Seit einem Jahr gehört der österreichische Innenverteidiger bei den Rot-Weißen zu den Leistungsträgern. "Die Dritte Liga hat ein hohes Niveau, befindet sich dicht an der unteren Hälfte der österreichischen Bundesliga", erklärt der Defensivspezialist. Mit seiner Unterschrift unter den neuen Vertrag zögerte er vor der Saison jedoch lange. "Ich hatte unterschriftsreiche Kontrakte von Erstligisten aus Zypern und Österreich vorliegen und selbst zu einem schottischen Erstligisten bestand Kontakt", sagt der gebürtige Wiener.

Die Angebote seien verlockend gewesen, doch beim FSV wisse er, was er habe. Die Gespräche mit Sportdirektor David Wagner und dem neuen Trainer Joe Enochs hätten ihn überzeugt, den Zwickauer Weg weiter mitzugehen. Also hat Antonitsch ein Abenteuer wie Zypern ausgelassen und sich auf solide Rahmenbedingungen in Westsachsen verlassen.

Er drückte damit auch seine Verbundenheit zum Verein aus. "Ich fühle mich hier wohl. Unser Weg ist noch längst nicht zu Ende. Wir werden den Klassenerhalt wieder schaffen", so der 26-Jährige, der mit den "Schwänen" morgen (14 Uhr) den Härtetest beim Karlsruher SC bestehen will. Für Trainer Enochs war es wichtig, dass der Abwehrrecke seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. "Das war wie bei Torhüter Johannes Brinkies ein Signal, dass wir in Zwickau etwas bewegen können", betont der US-Amerikaner. Enochs schätzt an Antonitsch die Zweikampfstärke, das Kopfballspiel und die funktionierende Zusammenarbeit mit Kapitän Toni Wachsmuth in der Innenverteidigung.

Für den Abwehrspieler war der 2:0-Auftaktsieg gegen Halle entscheidend für sein Seelenheil. "Es war wichtig, dass wir mit einem Sieg in die Saison reingekommen sind. Die drei Punkte geben Sicherheit und Selbstvertrauen, zumal wir jetzt zwei schwere Auswärtshürden vor der Brust haben. Karlsruhe und Braunschweig sind zwei Mannschaften, die sich viel vorgenommen haben und in die 2. Bundesliga aufsteigen wollen", betont er. Der KSC sei im Wildpark der klare Favorit, doch er trete mit seinen Mitspielern dort nicht an, um brav die Zähler abzuliefern. Der Österreicher in FSV-Diensten verspricht Leidenschaft pur: "Wir müssen uns auf die eigenen Stärken besinnen, wie gegen Halle mit einhundert Prozent in die Zweikämpfe gehen, gut und aggressiv gegen den Ball arbeiten und jede sich bietende Chance zum Angriff nutzen."

Dass genau die gleiche FSV-Elf aufläuft wie vergangene Woche gegen Halle, ist nicht in Stein gemeißelt. Coach Enochs ist zwar Amerikaner, hält sich aber nicht an den Leitspruch "never change an winning team" (Verändere nie eine siegreiche Mannschaft). Wenn er der Meinung sei, dass er vielleicht etwas ändern müsse, um gegen Karlsruhe zu gewinnen, werde er das tun, kündigte er an. Enochs hielt sich bedeckt, wen das betreffen könne.

Die wichtigste Frage vor dem Karlsruhe-Spiel ist aber ganz klar: Was wird mit Ronny König? Der 35-Jährige markierte in den beiden vergangenen Drittliga-Spielzeiten 26 Tore für den FSV, ist nach einer Knieprellung wieder fit. Der Trainer betont bei jeder passenden Gelegenheit, wie wichtig der Stürmer für die Mannschaft sei. Da ist aber plötzlich auch Neuzugang Tarsis Bonga, der sich gegen Halle mit einer starken Leistung und einem Traumtor in den Vordergrund spielte. "Wir können auch mit zwei Stürmern beginnen", wirft Enochs ein. Doch wenn er mit zwei Spitzen beginnt, müsste er sein gut funktionierendes zentrales Mittelfeldtrio - Mike Könnecke, Davy Frick und Julius Reinhardt - sprengen. Fest steht, dass die Abwehr unverändert bleibt - mit Kapitän Wachsmuth und Antonitsch im Zentrum.

Voraussichtliche FSV-Aufstellung: Brinkies - Barylla, Wachsmuth, Antonitsch, Lange - Reinhardt, Frick - Bickel, Könnecke, Miatke - Bonga (König).

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