Julius Hirsch Preis für den SC Aleviten Paderborn

Der SC Aleviten Paderborn erhält den Julius Hirsch Preis 2018. Eine Jury unter dem Vorsitz des DFB-Präsidenten Reinhard Grindel prämierte den Kreisligaklub für das Projekt "Wege der Erinnerung".

Jugendgruppen des Vereins hatten die KZ-Gedenkstätten in Sachsenhausen und Ravensbrück besucht. "Die Erinnerung an Naziterror und Holocaust wachzuhalten, ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe", sagte Grindel und fügte an: "Ich finde es besonders bemerkenswert, dass sich Aleviten dem Kampf gegen Antisemitismus in unserer Gesellschaft widmen."

Die Verleihung erfolgt am 18. November im Fußballmuseum in Dortmund. Der zweite Preis geht an den Bundesligisten Hertha BSC. Die Berliner organisierten eine Fahrt von Hertha-Fans in Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt der Sportjugend Berlin und der Sportschule im Olympiapark in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz. Dabei setzte man sich mit der Lebensgeschichte des ehemaligen Vereinsarztes Dr. Herman Horwitz auseinander. Der dritte Preis geht an das Fanprojekt Bochum, das – ausgelöst durch rassistische Vorfälle – die AG "Erinnerungsorte Bochum" gegründet hatte.

Der Julius Hirsch Preis wird seit 2005 jährlich im Namen des siebenmaligen Nationalspielers verliehen, der 1933 aus der Zeitung erfahren musste, dass die süddeutschen Spitzenvereine den Ausschluss aller jüdischen Mitglieder beschlossen hatten. 1943 wurde Julius Hirsch in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. Der Preis geht an Personen, Initiativen und Vereine, die sich als Aktive auf dem Fußballplatz, als Fans im Stadion, im Verein und in der Gesellschaft für Demokratie, Menschenrechte sowie den Schutz von Minderheiten einsetzen.

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