Leverkusener Reifeprüfung: K.o.-Spiel gegen Krasnodar

Zwei sehr wichtige Begegnungen binnen weniger Tage: Bayer Leverkusen steht in der Europa League gegen Krasnodar und in der Bundesliga bei Tabellenführer Dortmund vor Herausforderungen, die es in sich haben.

Leverkusen (dpa) - Zuerst Krasnodar, dann Dortmund. In maximal 210 Minuten müssen Bayer-Trainer Peter Bosz und die Leverkusener Fußballprofis die Antwort liefern:

Ist das Team um die Jungstars Kai Havertz und Julian Brandt wirklich schon in der Lage, Problemsituationen zu lösen? Der aktuelle Status mit vier Bundesliga-Siegen in Serie spricht dafür, der in der Hinrunde häufig gezeigte Wankelmut eher dagegen.

«Das gibt Selbstvertrauen, das gibt Mut», sagte Bayer-Nationalspieler Jonathan Tah angesichts der jüngsten Ligaerfolge, zu denen auch das bemerkenswerte 3:1 gegen Rekordmeister Bayern München und das 5:1 in Mainz zählen. Mit Heiko-Herrlich-Nachfolger Bosz bekomme die Werkself «das Potenzial teilweise gut auf den Platz», betonte der 23 Jahre alte Innenverteidiger Tah.

Doch komplett rund läuft es nicht immer. «Wir sind noch nicht zufrieden.» Dieser Brandt-Satz nach dem 2:0 am Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf macht deutlich, dass das Potenzial zwar vorhanden, die dauerhafte Umsetzung des sicherlich großen Könnens phasenweise noch eine Mangelerscheinung ist. Da kommen das K.o.-Spiel in der Europa League gegen Russlands Tabellenzweiten FK Krasnodar am Donnerstag (21.00 Uhr/DAZN) und die Ligabegegnung am Sonntag (18.00 Uhr/Sky) bei Tabellenführer Borussia Dortmund gerade recht.

«Wir wollen alles rausholen, was geht», sagte Brandt. Der 22-Jährige und seine Mitstreiter wissen, dass es in dieser Woche um vieles geht. Das 0:0 von Krasnodar zwingt die Werkself zum Sieg, um nicht schon vor dem Achtelfinale zu scheitern. Hellwach müsse die Bosz-Mannschaft gegen die Russen sein, forderte der von seiner Verletzung am Sprunggelenk genesene Innenverteidiger Sven Bender im «Kicker».

Denn das torlose Remis vor einer Woche ist ein gefährliches Resultat, dessen Wiederholung nach 90 Minuten eine Verlängerung und möglicherweise ein Elfmeterschießen nach sich ziehen würde. Jedes höhere Unentschieden bedeutet für Bayer den Knockout. «Ich hätte gern ein Auswärtstor gemacht», bemerkte Bosz, der kein Elfmeterschießen trainieren ließ.

Eines will sich bei Bayer noch keiner erlauben: Gedanken an den Auftritt beim BVB und die Bosz-Rückkehr an die ehemalige Wirkungsstätte des Niederländers. Das schiebe man «komplett beiseite», betonte Sven Bender, dessen Zwillingsbruder Lars gegen Krasnodar ebenso verletzt ausfällt wie Rechtsaußen Karim Bellarabi. Dessen Position könnte Kevin Volland übernehmen, Lucas Alario könnte als Mittelstürmer eingesetzt werden.

Bosz selbst hat vorerst nur «das schwere Spiel» gegen die Russen im Kopf. Mit einem energischen «Nee» ließ er wissen, dass er ausschließlich von Begegnung zu Begegnung denken will. «Gegen Krasnodar müssen wir es zu Ende bringen. Dann kann man weiterschauen.» Und erst dann will er an den Sonntag denken.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Bayer Leverkusen: Hradecky - Weiser, Tah, S. Bender, Wendell - Aranguiz - Havertz, Brandt - Volland, Alario, Bailey

FK Krasnodar: Krizjuk - Petrow, Martynowitsch, Spajic, Stozki - Olsson, Kaboré, Pereyra - Wanderson, Ignatjew, Claesson

Schiedsrichter: Gediminas Mazeika (Litauen)

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