5 vor 12: Verdi ruft Müllfahrer zum Streik

Gewerkschaft fordert für KEV mehr Geld und vor allem gerechte Entlohnung

Plauen/Auerbach.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft die Mitarbeiter der Kreisentsorgung Vogtland GmbH (KEV) für Mittwochmittag zu einem Warnstreik in Plauen auf. "Wir verhandeln seit über einem Jahr mit wechselnden Geschäftsführungen über eine Entgeltangleichung für die 90 Beschäftigten", sagte Verdi-Verhandlungsführer Andreas Schubert am Dienstag. "Jetzt ist der Punkt gekommen, an dem wir uns nicht länger hinhalten lassen." Für gute Arbeit verdienten die Mitarbeiter eine entsprechende Entlohnung, erklärt der Gewerkschafter.

Verdi fordert nicht nur mehr Geld, sondern auch eine verbindliche Entgelttabelle. In Sachsens Müllfirmen werden nach Gewerkschaftsangaben Stundenlöhne zwischen 10,50 und 17,90 Euro gezahlt. Die KEV ist eine hundertprozentige Tochterfirma des Vogtlandkreises. Seit Beitritt zum Bundesverband der deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) unterliege sie den dort geltenden tariflichen Regelungen. Und dennoch bezahle sie ihre Mitarbeiter "nach Gutdünken", kritisiert Schubert. Von 11.55 bis 15.30 Uhr ist die Aktion vor dem Landratsamt angesetzt. Aus gutem Grund: Landrat Rolf Keil (CDU) "soll auch etwas davon haben", sagt Schubert. Nach mehreren Wechseln an der Spitze der KEV gebe es keinen Ansprechpartner mehr. Der Landrat sei auf Gesprächsforderungen der Gewerkschaft bislang nicht eingegangen.

"Dass es keine Gespräche gab, ist falsch", weist Rolf Keil den Vorwurf zurück. Bei einem Treffen mit Tarifkommission und Gewerkschaftern am 2. Dezember seien für 2020/21 sieben Prozent Lohnerhöhungen angeboten worden. "Das Angebot wurde nicht angenommen", so Keil. 2017 habe es bereits drei und 2018 fünf Prozent Lohnzuwachs gegeben.

Die Vereinheitlichung der Entsorgungssysteme im Vogtlandkreis hatte auch die kreisangehörigen Entsorgungsfirmen KEV und Glitzner erheblich gefordert. In Folge der Turbulenzen musste zunächst der langjährige Geschäftsführer der kreiseigenen Abfallfirmen, Uwe Schink, gehen, dann hörte Mit-Geschäftsführer Stefan Häußer auf. Die Nachfolger Jörg Blei und Marcel Sämann scheiden nach Angaben des KEV-Aufsichtsrates bereits nach wenigen Monaten aus. Gründe wurden nicht genannt.

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