Alkohol-Verbotszone in Auerbach erlebt ab März eine Neuauflage

Im Stadtrat gilt die voriges Jahr erprobte Regelung für den Neumarkt als Erfolg. Deshalb soll sie 2020 fortgesetzt werden. Inklusive Ausweitung der Verbotszone.

Auerbach.

Der Auerbacher Neumarkt wird auch 2020 zur Alkohol-Verbotszone auf Zeit. Der Stadtrat hat am Montag einstimmig eine entsprechende Polizeiverordnung für das Jahr 2020 beschlossen. Danach ist der Konsum von alkoholischen Getränken auf dem Neumarkt und angrenzenden Bereichen zwischen 1. März und 31. Oktober, jeweils montags bis samstags zwischen 10 bis 22 Uhr untersagt. Ausnahmen, etwa für Stadtfeste, können vom Oberbürgermeister erlassen werden.

Aus Sicht der Stadt ist die "Alkoholkonsumverbots-Polizeiverordnung" - so die offizielle Bezeichnung des städtischen Regelwerkes - ein Erfolg. Im vorigen Jahr war sie nach Ärger mit der Trinkerszene erstmals erlassen worden. Der öffentliche Konsum von Alkohol und und die entsprechenden Personen seien damit aus dem Stadtzentrum verdrängt worden. Den positiven Effekt für die Innenstadt hätten Bürgerpolizist und Revierleiter bestätigt, erklärte Ordnungsamtsleiterin Anja Löffler-Seifert im Stadtrat. "Auch die ortsansässigen Händler und Anwohner sprechen sich für einen Neuerlass einer Satzung aus", warb sie für die Neuauflage. Damit stieß sie auf Zustimmung, Vertreter fast aller Fraktionen plädierten für das Verbot - und regten zudem an, die Verbotszone noch auszuweiten.

Auf den im Vorjahr beobachteten Verdrängungseffekt, der zur Verlagerung des Alkoholkonsums in dem Neumarkt benachbarte Bereiche geführt hatte, hat die Verwaltung bereits reagiert: Künftig gehört auch die Hainstraße zur Verbotszone. Dorthin und an den nahen Netto-Markt waren die Trinker abgewandert, was wiederum zu Belastungen im Bereich der Schülerhilfe geführt hatte. Friedrich Fuchs (SPD) regte an, auch einen Teil der Bebelstraße der Verbotszone zuzuschlagen. "Bis zu den Bänken an der ehemaligen Gaststätte Zum Runkes", lautete sein Vorschlag, dem das Ordnungsamt folgen will. Sachsen habe inzwischen die rechtlichen Möglichkeiten geschaffen, die Verbotszonen weiter zu fassen, so die Begründung.

Auch zeitlich hat die Stadt das Verbot ausgeweitet: Voriges Jahr war es im Mai in Kraft getreten, heuer ist das bereits Anfang März der Fall. Die Ordnungsamtsleiterin begründete das damit, so für eine eventuell zeitig beginnende Freiluftsaison gewappnet zu sein.

Auf Nachfrage von Stadtrat Ralf Reichelt (CDU) bilanzierte Anja Löffler-Seifert, welche Konsequenzen Verstöße gegen die Verordnung bislang hatten: Danach sind 2019 bei der Stadt keine Ordnungswidrigkeitsanzeigen eingegangen. Doch die Polizei habe auf Grundlage der Verordnung 102 Platzverweise ausgesprochen und über 40 Anzeigen aufgenommen. Bußgelder, die künftig bis 5000 Euro betragen können, wurden bislang nicht verhängt.


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