Ausgedient: Abrissbagger zerlegt BAV

Ende 2019 waren in der ehemaligen "Bauarbeiterversorgung" - kurz BAV - die Lichter ausgegangen. Neue Pläne für den Standort in Rodewisch gibt es bislang nicht.

Rodewisch.

Die Küche blieb schon länger kalt, jetzt verschwindet sie ganz: Die ehemalige Bauarbeiterversorgung in Rodewisch wird zurzeit abgerissen. Die letzten Nutzer vom Kulturverein Ars Vitae hatten Ende 2019 aufgegeben.

Die "BAV" genannte und Ende der 1970er-Jahre errichtete Betriebskantine des benachbarten Baubetriebes, heute VSTR AG, war ein Typenbau, wie er in vielen DDR-Neubaugebieten als Wohngebietsgaststätte stand. Auch für das Rodewischer Wohngebiet an der Straße der Jugend erfüllte die BAV teilweise diesen Zweck; die Diskos im Speisesaal waren legendär.

Nach der Wende versuchten italienische Gastronomie-Pächter das Haus kostendeckend zu betreiben, dauerhaft Erfolg hatte keiner von ihnen. Zuletzt wurde die BAV als Kulturzentrum genutzt. Der Ars-Vitae-Verein hatte darin seit 2016 Konzerte und andere Veranstaltungen organisiert. Außerdem hatten im Untergeschoss ein Dutzend Bands Proberäume. Probleme innerhalb des Vereins und die finanziellen Belastungen aus dem Betrieb des Hauses veranlassten die Mitglieder im Herbst vorigen Jahres, die Reißleine zu ziehen und das Haus aufzugeben. Wegen diverser Auflagen galt die kostendeckende Betreibung des Gebäudes als schwierig.

Zu Jahresbeginn ging das Haus zurück an den VSTR beziehungsweise dessen Tochterfirma Bau- und Immobilien-GmbH "Göltzschtal". Deren Geschäftsführer Andreas Rannacher kündigte damals den Abriss an. Der bauliche Zustand des Hauses, der hohe Investitionen erfordere, und der Umstand, dass sich keine wirtschaftlich tragfähige Nutzung finden ließ, machten den Abriss unabwendbar, hieß es.

Im Frühjahr wurde das BAV-Gebäude entkernt und die Heizung vom VSTR-Betriebsgelände umgesetzt. Inzwischen laufen Abriss und Bauschuttentsorgung durch ein VSTR-Unternehmen. Die Kosten dafür werden auf 200.000 Euro beziffert. Pläne für die Brachfläche gibt es bislang nicht.

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