Bendelstein: Neuer Plan für Markrettung geplatzt

Bis vor wenigen Tagen gab es Grund zur Hoffnung, dass Rewe am Bendelstein unter dem Namen Nahkauf weitermacht. Doch daraus wird nichts.

Auerbach.

Es hätte klappen können: "Wir hatten eine Zusage von Nahkauf, und mein Team und ich hätten sehr gerne hier weitergemacht", betont René Zahovsky (55), Betreiber des Rewe-Marktes am Auerbacher Bendelstein. Mit Rewe ist bekanntlich zum Jahreswechsel Schluss - doch der Markt sollte dann fast nahtlos unter dem Label der Rewe-Tochter Nahkauf weiterlaufen. Damit wäre die von vielen Bewohnern gefürchtete Versorgungslücke für das Neubaugebiet vermieden worden.

So der Plan, über den seit Wochen hinter verschlossenen Türen verhandelt wurde. Am Ende konnten sich jedoch der neue Grundstücks-Eigentümer, die Unternehmensgruppe FIM (Bamberg), und Marktleiter Zahovsky nicht über die Miete einigen. Laut Zahovsky verlangte FIM eine Miete, die eher der "in einem Münchener Vorort" entsprochen hätte: "Wir haben das durchgerechnet, es ging einfach nicht. Wir können ja nicht nur für die Miete arbeiten." Die Verhandlungen seien gescheitert. "Es bringt nichts mehr", so Zahovsky. Darüber habe er soeben auch die 14 Mitarbeiter informiert, die mit ihm bis zuletzt gehofft hätten. Gekündigt waren sie längst.

"Ich hätte den Markt gern noch zehn oder fünfzehn Jahre weitergeführt", betont der Marktleiter. Das Objekt am Bendelstein hatte er vor 14 Jahren übernommen. Mehrere Mitarbeiterinnen seien von Anfang an dabei, hätten schon dort gelernt. "Es gab Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Fitnessstudio habe ich auch bezahlt", sagt Zahvosky. Er müsse sich nun genauso neu orientieren wie seine Angestellten. "Einige werden nichts finden", fürchtet er. Zwar werde Personal für Supermärkte gesucht, aber oft nur in Teilzeit oder stundenweise.

Die FIM-Gruppe erklärt, trotz "Bemühungen und einem Entgegenkommen" ihrerseits sei man zu keiner Einigung gekommen. Man befinde sich jedoch "mit mehreren Einzelhändlern in sehr konkreten Gesprächen, sodass zeitnah absehbar ist, dass wir einen Nachfolger präsentieren können". Unmittelbar nach dem Rewe-Auszug Ende Januar sollen demnach Renovierungs- und Baumaßnahmen für einen neuen Nahversorgungsbetreiber beginnen. "Ebenfalls werden im Rahmen der Modernisierung die Flächen unserer Kleinmieter renoviert, um ein freundliches und ansprechendes Ambiente zu schaffen", verspricht FIM. Damit werde sichergestellt, dass "auch mit der notwendigen Ertüchtigung des Baukörpers nur mit einer kurzen Unterbrechung bei der Nahversorgung Am Bendelstein in Auerbach zu rechnen ist".

Das zu Beginn der 1990er-Jahre errichtete Nahversorgungszentrum am Bendelstein gilt seit Langem als verschlissen und sanierungsbedürftig. Seit Juni ist bekannt, dass dem Rewe-Markt zum Jahresende die Schließung droht.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...