Bienen begleiten Züchter ein Leben lang

Reinhold Kapp ist seit mittlerweile fast 50 Jahren Imker aus Leidenschaft. Wie alle anderen seiner Sparte hat er im Sommer alle Hände voll zu tun. Deshalb fährt er in der Zeit auch nicht gerne weg.

Beerheide.

Anfang Juli im Garten von Reinhold Kapp: Es blüht, grünt, wächst - und summt wie im Bienenstock. Zwischen Blumen, Bäumen und Beeten herrscht Hochbetrieb. Für den Hobby-Imker aus Beerheide bedeutet das jedes Jahr: daheim bleiben und die Augen offen halten. "Mai bis August sind die Monate, in denen ich nicht gerne in Urlaub fahre", sagt er. Dann sind seine Bienen hochaktiv. Und sie büxen auch gerne mal aus und suchen nach einem neuen Stock, wenn der Imker ihnen einmal für längere Zeit den Rücken kehrt.

Einen Betreuer für seine zehn Völker hat Reinhold Kapp nicht. Also muss er allein die Stellung halten. Und das macht er eigenen Worten zufolge ausgesprochen gerne. Ihn fasziniere "die gesamte Lebensweise" der Bienen. Kapp züchtete auch ohne Unterbrechung, als er beruflich noch viel auf Achse war. Damals sei es allerdings ziemlich schwierig gewesen, erzählt der 75-Jährige. Aber er hielt durch.


Reinhold Kapp ist eines von 35Mitgliedern des Imkervereins Auerbach und Umgebung. Seit knapp 50 Jahren züchtet er Bienen. Die Leidenschaft dafür entwickelte er aber noch viel früher. "Mein Onkel in Rothenkirchen war Imker", schaut er auf die Anfänge zurück. "Ich habe als Kind ab und zu reingeguckt." Die Geschäftigkeit in den Bienenstöcken seines Onkels begeisterte ihn derart, dass er sich vornahm, später selbst unter die Imker zu gehen. Mit zwei Völkern stieg er in Beerheide in jenes Hobby ein, das ihn wohl nie loslassen wird. Dabei half ihm auch sein Schwiegervater. Er erwarb ein Grundstück, damit Reinhold Kapp genug Platz für sein Hobby hatte. Ob sein Enkel irgendwann in die gleichen Fußstapfen tritt, muss sich zeigen. "Interesse hat er schon", sagt der Opa. "Dafür ist er aber noch zu klein."

Nach dem Mauerfall erlebte Reinhold Kapp den mit Abstand herbsten Rückschlag in der 100-jährigen Geschichte "seines" Vereins mit. Damals sank die Mitgliederzahl auf ganze zwölf Imker. Er blieb dabei, obwohl neuer Wind wehte und es einige Hürden zu nehmen galt. "Früher haben wir unseren Honig an die Bienenwirtschaft in Meißen verkauft", nennt der Rentner ein Beispiel. "Dann mussten wir ihn selber vermarkten." Viele Imker hätten daraufhin aufgehört. Auch wegen der Varroa-Milbe. Bereits in den 1980er Jahren geißelte der schlimmste Bienenschädling fleißige Nektarsammler bis zum Völker-Totalverlust.

Reinhold Kapp hofft, dass dieser Sommer weniger trocken wird als der letzte. "Die Bienen leiden auch darunter", sagt er. "Voriges Jahr war es schlimm." Fehlende natürliche Gewässer etwa durch Bienentränken zu ersetzen, sei deshalb genauso wichtig wie regelmäßige Gesundheitskontrollen in den Stöcken.

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