Bilder für den guten Zweck suchen Bieter

Zum 15. Mal haben am Pfingstwochenende sächsische Künstler ihre Ateliers geöffnet. Mit dabei: Uwe Reinert aus Auerbach und die Grünbacherin Petra Gronem-Schlosser.

Auerbach/Grünbach.

Normalerweise verkauft Uwe Reinert seine Kunstwerke. Zwei will er aber auf andere Weise an die Frau oder den Mann bringen: Im Mai startete er eine Versteigerung, die Haustieren ohne Familienanschluss zugutekommt. Damit sollen die Kassen des Tierschutzvereins Auerbach und Umgebung sowie der Katzenhilfe Weischlitz aufgebessert werden. Zum Tag des offenen Ateliers, an dem sich der Auerbacher Künstler gestern erstmals beteiligte, rückte er beide Werke besonders in Szene. In der Hoffnung, dass sie doch noch Bieter finden. Die Startgebote belaufen sich auf jeweils 450 Euro.

Schauen, staunen, zuhören, sich inspirieren lassen und - wenn möglich - zuschauen. Unter diesen Vorzeichen begegnen sich Künstler und Kunstinteressierte seit 15 Jahren sachsenweit an den langen Pfingstwochenenden. Über 300 Maler, Grafiker, Bildhauer, Fotografen und andere Kreative sperrten diesmal ihre Ateliers und Galerien auf. Zu den Vertretern auf regionaler Ebene gehörte neben Uwe Reinert die Grünbacher Diplom-Designerin Petra Gronem-Schlosser.


Reinert verlegte sein Atelier im März vom Wohnhaus in die ehemalige Vogtlandwäsche an der Falkensteiner Straße in Auerbach. Der Raum sei dafür wie geschaffen, sagte er. Fabriken findet er klasse. "Die haben Charakter." Also hat er den Begriff im Namen untergebracht: Uwes kleine Malfabrik heißt die Stätte unerschöpflichen Schaffens. Dort erklärte und zeigte er Besuchern gestern an einem halbfertigen Beispiel, wie seine Mangas entstehen. Das sind Gemälde nach japanischem Comic-Vorbild, bei denen mehrere Techniken zum Einsatz kommen: Airbrush, Acryl, Gouache, Radierung. Auch Skalpell und Pinsel hinterlassen künstlerische Spuren. Ob Koi-Karpfen, menschliche Porträts oder Fantastisches - bei einer Technik belässt es Uwe Reinert nie. Erst die Kombination mache ein Bild lebendig, erklärte der Rentner.

Sein Wissen gibt Reinert in Kursen weiter. Dabei geht es vor allem um Airbrush. Die Sprühtechnik ist nach Worten des Künstlers nicht nur zur Verzierung größerer glatter Flächen geeignet. "Damit kann man zum Beispiel eine Modelleisenbahn-Lok altern lassen", nannte er eine Verwendungsart. Auch für Theater-Make-up sei Airbrush interessant. Und für Konditoren, die Torten den letzten Schliff geben möchten.

Petra Gronem-Schlosser gab am Samstag unter dem Titel "Geschichte, Geschichten und meine Bilder vom Unterwegssein" Einblicke in ihr Schaffen. Die Grünbacherin stellte Malerei und Grafiken in einer ehemaligen Stickerei an der Bahnhofstraße des Ortes aus und beantwortete Besucherfragen. Ab Mitte der 1920er Jahre wurden dort auf industrielle Weise zartgliedrige Kunstwerke hergestellt. Gronem-Schlosser gestaltete ihren Tag des offenen Ateliers anders als Uwe Reinert. Außer dem Augenschmaus erwarteten die Besucher Hörgenüsse und Rückblenden: Christian Nestler und seine Gitarre untermalten das Gesehene, dazu gab es Infos zur Historie der Stickerei im Ort.

Service Informationen zur Versteigerung von Uwe Reinert gibt es unter 0172 3401842.

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