Breitband: Ausbau beginnt nach Ostern

Schnelles Internet per Glasfaserkabel - für viele in Auerbach ist das derzeit noch ein Wunschtraum. Zurzeit wird die Planung fürs Stadtgebiet präzisiert, bald sollen erste Hausanschlüsse verlegt werden.

Auerbach.

Kein offizieller Termin, sondern ein Arbeitstreffen im Regen hat am gestrigen Donnerstag den Start für den Breitband-Ausbau in Auerbach markiert: Am Mühlberg inspizierte ein Großaufgebot aus Ingenieuren, Planern, Bauleuten und Vertretern der Verwaltung den Standort für einen Netzverteiler.

Die großen grauen Kästen voller Hightech sind die Schlüsselstellen beim Ausbau der Infrastruktur für das schnelle Internet per Glasfaserkabel. Von den Netzverteilkästen werden die Kabel zu den Hausanschlussstellen verlegt. 147 Netzverteiler sind in Auerbach zu installieren, um schnelles Internet zu den rund 3600 Haushalten zu bringen. "93 Prozent der Grundstückseigentümer nutzen das Angebot, das Glasfaserkabel kostenlos bis zur Anschlussstelle im Haus verlegt zu bekommen - eine gute Quote", findet Bauamtsleiter Patrick Zschiesche und erkennt darin ein Signal an die Telekom "dass schnelles Internet in Auerbach sehnlichst erwartet wird."


Zugleich macht Zschiesche klar: "Für den Ausbau der Infrastruktur wird Auerbach einmal komplett umgegraben." Denn für das Verlegen der Leerrohre, Kabel und Leitungen müssen rund 120 Kilometer Kabelgräben geschachtet werden. "In diesem Schritt, also dem Aufbau der Netzverteiler, erfolgt das im öffentlichen Raum, zumeist im Bereich von Fußwegen", erläutert Zschiesche.

Mit dem Ortstermin startete die Begutachtung aller 147 Netzverteiler-Standorte. Dabei soll nicht nur der optimale Standort geprüft werden. "Wir hoffen, so mögliche Kollisionspunkte mit anderen Medien oder der Bebauung auszuschließen", sagt Stadtsprecher Hagen Hartwig.

Den Beginn der Bauarbeiten erwartet Zschiesche nach Ostern. Die Telekom, die für den Breitband-Ausbau in der Region Vogtland Nord den Zuschlag erhielt, hat das Stadtgebiet in vier Abschnitte unterteilt, in denen teils parallel gebaut werden soll. Drei Baufirmen wurden für das Millionenprojekt, das komplett aus Fördermitteln von Bund und Land finanziert wird, gebunden.

Nach den im Rathaus vorliegenden Unterlagen erstreckt sich der Ausbau der Netz-Infrastruktur bis 2020. Auch bis die ersten Kunden mit hohem Tempo ins Netz gehen können, wird 2019 fast verstrichen sein: Voraussetzung ist der Bau einer Kopfstation als Schnittstelle für Auerbach. "Laut Telekom soll die Station bis November errichtet werden", so der Bauamtsleiter.

Vom Ausbau der Breitband-Infrastruktur profitieren in Auerbach alle Stadtteile und Ortschaften, in denen bislang noch kein höheres Tempo als 30 Mbit/s anliegt. Also nahezu das komplette Stadtgebiet - ohne Beerheide und Schnarrtanne sowie Teile von Rebesgrün. Die Netz-Infrastruktur dort wurde bereits in den Jahren 2010/11 mit einer anderen Technologie modernisiert. Beim sogenannten Vectoring kommt ebenfalls Glasfaserkabel zum Einsatz, zwischen Netzverteiler und Hausanschluss allerdings weiterhin Kupferkabel. Damit sind höhere Geschwindigkeiten möglich, aber der reine Glasfaserkabel-Ausbau ist leistungsstärker und zukunftssicherer.

Langfristig sei davon auszugehen, dass alle unterversorgten Regionen im Vogtlandkreis einen schnellen Internetzugang erhalten, ist sich Patrick Zschiesche sicher. Der Vogtlandkreis erfasse derzeit "weiße Flecken", um ein Konzept für ihre Erschließung zu erstellen. "Das ist für die Kommunen die Voraussetzung, um beispielsweise bei Straßenbauvorhaben Vorarbeiten leisten zu können, etwa durch das Verlegen von Leerrohren." In die können dann Glasfaserkabel verlegt werden, ohne dass erneut Kabelgräben geschachtet werden müssen. Für weite Teile Auerbachs jedoch Zukunftsmusik. Hier braucht es für den Bau der modernen Internet-Infrastruktur noch Bagger und Schaufel.

www.vogtlandkreis.de/breitband

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