Brisantes Thema Radon stößt auf wenig Interesse

Verhalten ist eine Beratung zu dem Gas in Auerbach angenommen worden. Dabei ist die Stadt mit ihren Hohlräumen betroffen.

Auerbach.

Acht Stunden haben sich Mandy Alisch-Mark und Janette Pezenka für Auerbach Zeit genommen. Aber ihr Radon-Beratungsangebot blieb vorgestern fast ungenutzt. Sieben Interessierte suchten den Weg ins Stadtarchiv, erkundigten sich bei den Fachfrauen von der Chemnitzer Staatlichen Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft und schilderten ihre Bedenken. Dabei sind das radioaktive Edelgas, dessen regionale Vorkommen und vom Freistaat initiierte kostenlose Konzentrations-Messungen für private Hausbesitzer in fünf vogtländischen Kommunen derzeit ein heißes Thema. Zu diesen Städten gehört auch Auerbach.

Zwar sei die Resonanz hinter den Erwartungen zurückgeblieben, zog Janett Pezenka Bilanz. "Dafür haben wir aber tiefgreifende Gespräche geführt. Auch von gewerblicher Seite war jemand hier, aus dem Bereich Haustechnik. Er hat sich über Schutzmaßnahmen und rechtlichen Vorgaben informiert." Die Frauen verwiesen darauf, dass es sich erst um die dritte mobile Beratung ihres Büros handelte. Seit Anfang des Jahres existiere dieses Format. "Wir sind noch in der Testphase", sagte Fachbereichsleiterin Mandy Alisch-Mark.


Wer das Angebot annimmt, will oft eine Menge erfahren. "Viele fragen, was Radon überhaupt ist und wie man es messen kann", sagte Alisch-Mark. "Andere erkundigen sich, ob in ihrem Umfeld Radon da ist, was es verursachen kann und welchen Schutz es gibt." Maßnahmen gegen erhöhte Radonbelastung kommen den Beraterinnen zufolge mehrere in Frage. "Das Edelgas dringt über erdberührende Bereiche in Gebäuden ein. Wenn dort mit einer speziellen Betonsorte oder Radonschutzfolie ordentlich abgedichtet wird, hat man viel erreicht", erklärte Alisch-Mark. Nachrüsten sei auch möglich, ergänzte Pezenka. Die Fachfrauen raten zunächst zum Stoßlüften. Auch technische Eingriffe wie die Installation von Belüftungsanlagen oder Hohlraum-Absaugungen in Kriechkellern könnten die Radon-Konzentration in der Luft senken. "Zuerst muss man aber nach Eintrittspfaden suchen", so Pezenka. Denn das als zweithäufigster Auslöser für Lungenkrebs geltende Edelgas steckt tief im Boden.

Ende 2018 startete die Betriebsgesellschaft mit ihrem Programm "Radon in Gebäuden über unterirdischen Hohlräumen". Ziel ist es, sich per Messung einen Überblick über die Belastung in Regionen über natürlichen und einst bergbaulich genutzten Hohlräumen zu verschaffen. Als Grenzwert gelten 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft. Bereits seit mehreren Jahren werden Messungen an vogtländischen Schulen vorgenommen - mit unterschiedlichen Ergebnissen. In den meisten Einrichtungen liegen die Werte unter dem Grenzwert, in manchen aber weit darüber. Am Auerbacher Goethe-Gymnasium ist die Becquerel-Zahl doppelt so hoch. Den Beraterinnen zufolge dürfe der gemessene Wert nicht mit der tatsächlichen Strahlenbelastung gleichgesetzt werden. Wichtig sei vielmehr, wie die betreffenden Räume frequentiert würden.

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