Busbahnhof-Bau ist verschoben

Vor 2021 fährt kein Bagger vor, Rodewisch muss den Entwurf für das neue Drehkreuz abspecken. Der Verkehrsverbund fürchtet, dass an der falschen Stelle gespart wird.

Rodewisch.

Es war ein Zurückrudern in Etappen: Zuerst wurde das Projekt neuer Busbahnhof von zwei auf 1,4 Millionen Euro abgespeckt, dann war plötzlich gar nichts mehr davon zu hören, obwohl im Frühjahr mit dem Bau begonnen werden und der Tiefbau im Herbst beendet sein sollte. Jetzt wird mit dem neuen Vogtlandbusnetz erst getestet, was für den neuen Busbahnhof überhaupt benötigt wird. "2020 wird nochmals geplant, 2021 dann gebaut", so Rodewischs Bürgermeisterin Kerstin Schöniger (CDU) zum aktuellen Plan. Grund für die Verzögerung seien Differenzen mit dem Fördermittelgeber, dem Freistaat. Die Situation für die Stadt Rodewisch ist kompliziert: Als der Verkehrsverbund Vogtland (VVV) Anfang 2018 die Pläne für das neue Busnetz vorstellte, war schnell klar, dass der alte Busbahnhof in Rodewisch aus dem Jahr 1985 als modernes Drehkreuz nicht taugt. Der VVV bestellte, die Kommune reagierte schnell. Schon im Mai 2018 fasste der Stadtrat einen Beschluss, auf dessen Grundlage die Stadtverwaltung mit der Planung begann. Projektumfang damals: knapp zwei Millionen Euro, eine Viertelmillion davon als Eigenanteil der Bauherrin. Der Freistaat stelle in jedem Fall Fördermittel bereit, ebenso der VVV, hieß es.

Bürgermeisterin Schöniger räumte damals ein, von dem Projekt fast überrollt worden zu sein, witterte aber zugleich eine städtebauliche Chance. Wenig später war die Kommune mit über 70.000 Euro Planungskosten in Vorleistung gegangen. Ziel sollte sein, zeitgleich mit dem Start für das neue Busnetz im Vogtland im Oktober 2019 auch den neuen Busbahnhof in Betrieb zu nehmen.

Vor einem Jahr dann eine erste Korrektur: Bis Oktober 2019 werde nur der Tiefbau fertig, die Überdachung der acht neuen Busbuchten mit zentraler Passanteninsel erfolge erst 2020. "Wir schaffen es nicht", hieß es damals vom Planerbüro. Im Januar 2019 hatte die Kommune daraufhin die Tiefbauleistungen ausgeschrieben. Auffallend: Ohne öffentliche Erläuterung hatte sich der Umfang des Projektes auf 1,4 Millionen Euro reduziert. Auf Anfrage erklärt Kerstin Schöniger nun, dass dieses erste Abspecken bereits auf Druck des Fördermittelgebers passierte, weil er die Überdachung als überdimensioniert und damit nicht voll förderfähig eingestuft hatte. Das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr dazu: Grundsätzlich würden 75 Prozent gefördert, allerdings sollte der Ausbau funktional und zweckmäßig sein.

Zudem habe das vorgelegte Betriebskonzept nicht unterlegt werden können, weil zum Zeitpunkt des Fördergeldantrages die Genehmigung für das Busnetz 2019+ noch ausstand, so Lasuv-Sprecherin Isabel Pfeiffer. "Am Ende mussten wir aufgrund der zeitlichen Überschneidungen und des Kostendruckes das Projekt zurückstellen", erklärt Schöniger. Man wolle in Ruhe nochmals beginnen. Wie viel von der bisherigen Planung übernommen werden kann oder umgekehrt in den Sand gesetzt wurde, sei unklar.

Auf dem Prüfstand steht dabei auch die Anzahl der Busbuchten. Geplant waren ursprünglich acht, im Gespräch seien zwei weniger. Hier haken Sebastian Eßbach und Kathrin Tunger ein. Acht Busbuchten seien das Minimum, das benötigt werde, so die Co-Geschäftsführer des VVV. Sie bedauern, dass die Chance, Busnetz und neuen Bahnhof gleichzeitig in Betrieb zu nehmen, verpasst wurde und begründen dies mit den Bedingungen, die der alte Busbahnhof biete. "Wir mussten je zwei weitere Steige für Abfahrt und Ankunft provisorisch installieren, weil die vorhandenen sechs nicht reichen", heißt es. Außerdem passe die Anordnung der alten Busbuchten nicht zu den Fahrplantaktungen, weil Passanten längere und gefährliche Wege zwischen den Bussen in Kauf nehmen müssten.

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