Clip wirbt für brückenreiche Bahnstrecke durchs Vogtland

Der Verkehrsverbund will Fahrgäste über Emotionen packen. Ein neues Video macht Lust aufs Zugfahren - und setzt einen Superlativ der Region in Szene.

Auerbach.

Perfekt: Sonne scheint, Wind bewegt Blätter im Vordergrund, im Hintergrund thront das Greizer Schloss. Filmemacher Tino Peisker fokussiert seine Kamera auf den Tunnel, aus dem die Vogtlandbahn auf der Elstertalstrecke auftaucht. Gleich fängt der Plauener für einen Werbespot ein Stück Vogtland von seiner schönsten Seite ein. Wäre da nicht die Wolke, die sich im entscheidenden Moment vor die Sonne schiebt, Schatten wirft - vorbei. Tino Peisker teilt in dem Moment das Schicksal vieler Reisender in der Region: zwei Stunden Wartezeit bis zur nächsten Vogtlandbahn.

Die Schwächen der Zugverbindungen durchs Vogtland sind bekannt. Der Verkehrsverbund gab den Mini-Film aber in Auftrag, um den Blick auf die Stärken der Strecke durchs malerische Elstertal zu lenken. Schließlich biete keine andere Eisenbahnstrecke in Deutschland auf der Kürze der Distanz so viele sehenswerte Viadukte - 30 Brücken sind es zwischen Gera und dem tschechischen Cheb, dazu kommen acht Tunnel. Zweidreiviertel Stunden dauert die Fahrt, inklusive Umstieg in Weischlitz.

Momentan nutzen etwa 1900 Fahrgäste die Züge des regionalen Verkehrsunternehmens Die Länderbahn wochentags auf der Strecke, am Wochenende sind es weniger als 1000. Auch diese Zahlen sollen mithilfe des Clips gesteigert werden. "Ziel ist es, mehr Aufmerksamkeit auf die 1875 vollständig in Betrieb genommene Bahnstrecke zu lenken", sagt Geschäftsführer Thorsten Müller. Touristen sollen Lust aufs Vogtland bekommen, aber auch die Einheimischen mal wieder für einen Ausflug mit der Regionalbahn angestupst werden, wie Pressesprecherin Kerstin Büttner erklärt. "Es geht um das Gefühl vom Bahnfahren", sagt sie. Fakten liefert der Film nicht. Weder Infos zum Fahrplan noch über Preise. Das ist laut Aussage der Sprecherin auch gar nicht beabsichtigt. "Wir wollen auf die Strecke neugierig machen und daran erinnern, dass man doch wieder mal einfach losfahren könnte."

Im Film ist eine vierköpfige Familie zu sehen, die sich auf das Abenteuer Zugfahrt einlässt und durch das Fenster die Schönheit der Landschaft bestaunt. In Sekunde 15 des fertigen Clips ist dann auch die Szene zu sehen, die selbst dem routinierten Filmemacher Tino Peisker Nerven abverlangte. "Die Zugaufnahmen gehörten in der Tat zu den Herausforderungen beim Dreh", sagt Peisker. "Da steckt viel Arbeit drin, die später keiner sieht." Mit dem Film Codename Brisling und dessen Fortsetzung vor zwei Jahren machte er sich und seiner Firma in der Region einen Namen. Nun drehte er mithilfe des Einsatzes einer Drohne die Bilder im Elstertal. 10.000 Euro kostete der Streifen insgesamt. Die Finanzierung lief über ein länderübergreifendes Projekt.

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