Die alte Wasserburg verfällt immer mehr: Wird sie gerettet?

Die Mauerreste der Ruine in Mechelgrün befinden sich in einem äußerst schlechten Zustand. Die Bauaufsichtsbehörde hat jetzt eingegriffen - obwohl sie sich im Grunde nicht zuständig fühlt.

Mechelgrün/Bergen.

Still ruht der Teich, laut zwitschern die Vögel. Gleich neben einem Schild mit der Aufschrift "Parkverbot" weist eine Holztafel auf die frühere Touristenattraktion hin: "Zur Ruine" steht darauf. Schon oft wurden diese Ruine der Wasserburg, auch als Wasserschloss bekannt, und deren Areal als wild-romantisches Fleckchen Erde beschrieben. Die Bezeichnung stimmt inzwischen jedoch nicht mehr. Denn die uralten, dicht von Grün bewucherten Mauern am Mechelgrüner Raumweg sind kaum zu retten. Es sieht verwahrlost aus.

Nach dem Tod von Hans-Joachim Paul vor wenigen Wochen, er war der letzte Eigentümer, ist die Zukunft des Geländes nun wieder offen. Obwohl nach Recherchen der "Freien Presse" mit einem vogtländischen Unternehmer ein potenzieller Käufer existiert, hält sich das Landratsamt momentan bedeckt. Geäußerte Absichten würden ohne Einverständnis der betroffenen Person nicht kommuniziert, heißt es aus der Pressestelle der Behörde. Konkrete Vorstellungen seien außerdem nicht bekannt.

Der Kaufinteressent wartet indes darauf, dass sich notariell etwas bewege in Sachen Wasserschloss, sagte er am Telefon. Die Verhandlungen hätten bereits vor dem Tod des bisherigen Eigentümers begonnen. Anfang der 2000er-Jahre wollte dieser aus der Ruine eine Hotelanlage machen. Das Projekt scheiterte, der Eigentümer soll dann nach Ägypten verzogen sein. "Er lebte aber schon länger wieder in Deutschland", so der neue Interessent fürs Schloss. Seinen Namen möchte er vorerst nicht in der Zeitung lesen.

Die Untere Bauaufsichtsbehörde des Landratsamtes hat mittlerweile die letzten Reste des einst markanten Gebäudes durch einen Bauzaun gesichert - bevor es eventuell gefährlich für Leib und Leben wird. Verantwortlich fühle man sich seitens des Amtes jedoch nicht. Auch gegenüber dem auf der Denkmalschutzliste stehenden, verfallenen Bauwerk finden sich einige Brachen. Es handelt sich um Teile des früheren Mechelgrüner Rittergutes. An einem Baum hängt gut sichtbar ein Schild mit der Aufschrift "Grundstück zu verkaufen".

Die Lage ist verzwickt, lebt doch der ursprüngliche Eigentümer nicht mehr, und einer neuer wartet noch auf offizielle Bestätigung. Fällt die Ruine in diesem Fall nicht an den Staat? Das Amt bestätigt auf "Freie Presse"-Anfrage: "Sofern der Erblasser keine testamentarischen oder gesetzlichen Erben hinterlässt oder diese aufgrund besonderer Regelungen als nicht vorhanden gelten, tritt das Erbrecht des Fiskus ein."

Die Mechelgrüner schmücken sich gern mit der Burg - symbolisch, versteht sich. Denn sie dürfen den Privatbesitz eigentlich nicht betreten, wie es seitens des Dorf- und Heimatvereins heißt. Seit dem 1. Advent gibt es einen großen Airbrush-Schwibbogen mit bekannten Motiven des Örtchens. Zu sehen sind unter anderem die beiden Spitzkegelhalden aus den Zeiten des Uranbergbaus - und das Wasserschloss.

Erst im Dezember war eine Publikation zu dessen jüngerer Geschichte erschienen. Holm Uibrig aus Bergen, der Nachkomme früherer Eigentümer, hat sich auf eine 80-seitige Spurensuche begeben.

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