Die guten Seelen von Obergöltzsch

Für viele Patienten im Rodewischer Klinikum sind sie ein regelmäßiger Lichtblick: die ehrenamtlichen Besucherinnen.

Rodewisch.

Neben Ärzten und Krankenpflegern findet man auch sie auf Station: die guten Seelen von Obergöltzsch. Rein optisch unterscheiden sie sich kaum vom Krankenhauspersonal des Klinikums in Rodewisch. Auch sie tragen einen weißen Kittel. Ihre Arbeit ist aber eine ganz andere und hat mit medizinischer Versorgung nichts zu tun. "Sie steigern die Zufriedenheit der Patienten, das ist gut für die Genesung", sagt Krankenhauspfarrerin Dorothee Frölich-Mestars.

Ute Tiede, Adelheid Schultheiß, Katharina Feldschur und Christa Lindner schenken den Patienten Zeit. Etwas, das im Wirtschaftsbetrieb Krankenhaus der Rationalität zum Opfer fällt. Die vier Frauen setzen sich bei Bedarf an die Krankenhausbetten und hören zu. "Das ist meist das wichtigste für die Patienten. Manche bekommen wenig Besuch, da freuen sie sich, wenn sie sich mal unterhalten können", berichtet Katharina Feldschur. Sie machen auch kleine Erledigungen für die Kranken. Zum Beispiel für Patient Roland Behne, der seit Dezember auf der Palliativstation liegt. "Frau Schultheiß und Frau Tiede bringen mir die Zeitung, wenn sie vorbeikommen", erzählt der 58-Jährige.

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"Manchmal kümmere ich mich auch um Ehepartner, die während der Operation des anderen im Krankenhaus warten", fährt Ute Tiede fort. Sie ist seit zehn Jahren dabei, also von Anfang an.

2009 wurde der ehrenamtliche Besucherdienst vom damaligen Krankenhauspfarrer Helmut Henke und Mirko Klinkosch, Leiter des Pflegedienstes der Klinik, ins Leben gerufen. Mittlerweile ist es zu einem Ehrenamtsprojekt der Diakonie Auerbach geworden, bei dem auch neue gute Seelen willkommen sind. Begleitet werden die Frauen seit November von der neuen Krankenhauspfarrerin Dorothee Frölich-Mestars. "Aller drei Monate setzen wir uns zusammen und reden über die Arbeit", sagt sie. Das sei wichtig, denn auch den Frauen geht die Arbeit manchmal nahe. "Auf der Palliativstation habe ich anfangs manche Schicksale mit nach Hause genommen. Besonders bei jungen Leuten", erzählt Ute Tiede.

Die Frauen aus Auerbach, Schreiersgrün und Rodewisch sind zwei Mal in der Woche in der Klinik. Zwei am Dienstag und zwei am Donnerstag. Dann versuchen sie, alle Patienten auf verschiedenen Stationen zu besuchen. "Die meisten nehmen das Angebot sehr gern an, und wir bekommen positive Rückmeldungen", sagt Christa Lindner. "Nur wenn es den Patienten nicht gut geht, werden wir auch mal abgewiesen", berichtet Adelheid Schultheiß.

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