Die Männer für die Wacht am Beckenrand

Das Waldsportbad Rebesgrün und das Waldbad Brunn waren lange Konkurrenten und sind nun zur Zusammenarbeit verdammt. In Brunn übernimmt ein neuer Mann die Leitung - Turbulenzen ist er gewöhnt.

Auerbach/Rebesgrün.

Ralf Voigtländer (59) ist seit 1990 der Chef im Rebesgrüner Waldsportbad, und das Brunner Waldbad hat er lange Jahre vor allem als seine Konkurrenz gesehen - zumindest bis zur Eingemeindung von Rebesgrün nach Auerbach 2003. Seitdem gehören beide Bäder zum Kommunalen Eigenbetrieb und arbeiten zusammen. "Das war am Anfang nicht so einfach, sich umzustellen", räumt Voigtländer ein. Derzeit ist er als kommissarischer Geschäftsführer des Eigenbetriebs sowohl für Rebesgrün als auch für Brunn zuständig - im November hat er die Nachfolge von Sandra Leidel angetreten, die sich in der Elternzeit befindet. Die Badesaison in Brunn konnte dann im Juni nur dank Unterstützung aus Treuen starten: Weil das dortige Freibad geschlossen ist, wurde einer der beiden Schwimmmeister ins Waldbad delegiert. Dort half er als Rettungsschwimmer aus.

Seit 1. Juli hat Brunn wieder einen eigenen Betriebsleiter und Schwimmmeister: Michael Wolff (45) ist vom Waikiki in Zeulenroda nach Auerbach gewechselt. "Ein Glücksfall", wie Voigtländer meint, denn der Fachkräfte-Mangel sei auch im Bäderbereich gewaltig. Er unterstützt den neuen Kollegen nun bei der Einarbeitung. Wolff seinerseits lobt schon mal das "engagierte Personal" in Brunn, das mit "Herz und Seele" dabei sei. Allerdings sieht er bei der Organisation der Abläufe deutlichen Verbesserungsbedarf: "Da muss ich einige Arbeit reinstecken." Der Netzschkauer will den Gast "wieder in den Mittelpunkt rücken", dazu müsse der Personalmangel in Brunn insgesamt behoben werden - an Rettungsschwimmern fehle es ebenso wie an Reinigungskräften. Trotz der Schließung von Halle und Nichtschwimmerbecken sei das Waldbad eine schöne Anlage geblieben. "Aber natürlich leiden Attraktivität und Familienfreundlichkeit, wenn man kein Nichtschwimmerbecken hat." Ein Alleinstellungsmerkmal im Göltzschtal sei der Zehn-Meter-Turm. Im Vogtland gebe es den nur noch in Plauen-Haselbrunn sowie in Markneukirchen.

Michael Wolff hat 21 Jahre im Waikiki gearbeitet: "Und in dieser Zeit unter zehn Geschäftsführern, mit Turbulenzen bin ich vertraut." Auch dort war er als Betriebsleiter für Bad, Sauna, Technik und Wellness-Bereich zuständig: "Die Aufgaben gleichen sich." Zudem war er Objektleiter für zwei Strandbäder. Seine Suche nach "einer neuen Herausforderung" wurde befördert durch die Tatsache, dass das Waikiki zum Jahresende wegen Umbaus erst einmal geschlossen wird - voraussichtlich bis Ende 2020.

Wolff will die Zusammenarbeit mit dem Waldpark Grünheide auffrischen und ausbauen - am Montag stellte eine Kindergruppe aus dem Waldpark einen Großteil des badenden Publikums. Außerdem müsse man neue Nutzergruppen erschließen, meint der Netzschkauer. Wobei das ohne Nichtschwimmerbecken nicht so einfach sei.

Wie sieht Ralf Voigtländer sein einstiges Konkurrenz-Bad in Brunn? Der Geschäftsführer spricht zurückhaltend von einer "komplizierten Situation". Immerhin - die Sauna laufe gut. Doch das Nichtschwimmerbecken sei "Schrott", die Halle offenbar nicht mehr zu retten, der Standort nicht ideal. Entscheidungen müssten andere treffen, nämlich die Stadträte. Ansonsten habe Brunn ein anderes Einzugsgebiet als Rebesgrün: "Nach Brunn kommen Leute aus dem Oberland, zu uns sehr viele Badegäste aus dem Raum Zwickau und Plauen." Prinzipiell reiche es für beide städtischen Freibäder, meint Ralf Voigtländer: "Zu Reumtengrün kann ich nichts sagen, das wird ja von einem Verein betrieben."

Die Wassertemperaturen in beiden Freibädern wurden zuletzt mit 20 Grad angegeben. In Rebesgrün werden am Donnerstag über 100 Kinder zum "Wasserwichtel-Fest" erwartet.

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