Drehleiter nach Großbrand stillgelegt

Erst vor zwei Jahren in Dienst gestellt, ist das 650.000 Euro teure Lengenfelder Feuerwehrfahrzeug nicht mehr nutzbar.

Lengenfeld.

Die am 26. Juni beim Großbrand in der Galvanik-Firma GTO im Industriegebiet an der A 72 bei Reichenbach insbesondere durch Säuredämpfe beschädigte Drehleiter der FFw Lengenfeld ist außer Dienst gestellt worden.

Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld) hatte zwar zunächst erklärt, man wolle die Drehleiter weiter verwenden, bis das Gutachten der Versicherung vorliege. Doch weil der Hersteller von einem wirtschaftlichen Totalschaden sprach und aus Sicherheitsgründen empfahl, die Leiter nicht weiter zu verwenden, wurde sie inzwischen doch stillgelegt.


Lengenfeld hatte die Leiter vom Typ Magirius erst 2017 in Dienst gestellt. Sie kostete 651.000 Euro. 438.000 Euro steuerte Sachsen bei, 49.500 Euro der Landkreis. 162.500 brachte die Stadt auf. Die Drehleiter gehörte zu den modernsten im Vogtlandkreis. Normalerweise muss eine Drehleiter 20 Jahre halten.

"Wir haben ein wichtiges Arbeitsgerät verloren. Das ist eine Katastrophe", sagt Stadtwehrleiter Sebastian Kirsch. "Wenn bei einem Einsatz eine Drehleiter gebraucht wird, muss das jetzt durch Reichenbach und Auerbach mit abgedeckt werden", sagt Bachmann. Kirsch erklärt, dass die Lengenfelder auch in den Einsatzplänen für Treuen und Steinberg drinstehen. Wer dort jetzt einspringt, sei noch zu klären.

"Uns ist dran gelegen, schnellstmöglich Ersatz zu bekommen. Wir brauchen eine Variante, wie wir mit einer geliehenen Drehleiter unser Verpflichtung nachkommen können", blickt Bachmann voraus. Wo die herkommen soll, ist noch offnen. "Alles ist sehr komplex. Die kaputte Drehleiter unterliegt auch Fördermittel-Bindefristen", meint Kirsch. Im Moment warten alle auf die Aussagen der Versicherung. (gb)


Reichenbach erfasst Kosten

Nach dem Brand in der Galvanik-Firma GTO ist die Stadtverwaltung Reichenbach dabei, die beim Einsatz entstandenen Schäden und Kosten zusammenzufassen. Wie auf Anfrage verlautet, wurden bislang für die Feuerwehr Heinsdorfergrund geschätzte Kosten für Material, Bekleidung und Ausrüstung von rund 26.700 Euro, ein Lohnersatz von rund 4450, Euro sowie 8400 Euro für die sanitätsdienstliche Sicherstellung veranschlagt. Für die Feuerwehr Reichenbach stehen 5470 Euro für Material und Ausrüstung sowie 200 Euro Lohnersatz zu Buche. "Es sind noch nicht alle Kosten erfasst", wird mitgeteilt. Aktuell laufen die Ersatzbeschaffung von Bekleidung und Ausrüstung sowie Instandsetzungen in den beteiligten Feuerwehren. Dazu, wer welche Kosten trägt, könnten derzeit noch keine Aussagen getroffen werden. (gb)

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