Drei junge Frauen geben Goldbeck ein neues Gesicht

Sie sind alle drei 28 Jahre alt und haben einem Referenzobjekt ihren Stempel aufgedrückt: Ein weibliches Power-Trio meisterte alle Herausforderungen.

Treuen.

Die klare Form und Struktur, die helle Fassade mit den umlaufenden Fensterbändern - "das ist schon ans Bauhaus angelehnt", sagt Geschäftsführer Mirko Zeng von der Goldbeck Ost GmbH. Der Stolz auf das im März in Treuen eingeweihte Büro- und Verwaltungsgebäude ist dem Manager anzuhören. Zumal sich der in Systembauweise errichtete Komplex in exponierter Lage befindet: Wer von der Autobahnabfahrt Treuen ins Industriegebiet oder in die Stadt will, kommt an dem klar gegliederten Gebäuderiegel zwischen Ortsumgehung und Herlasgrüner Straße vorbei. Das neue Bürogebäude ist damit für das international tätige Bauunternehmen Goldbeck eine Art Referenzobjekt. Eines, das die Handschrift von drei jungen Frauen trägt: Architektin Sarah Pahlke, Planerin Adeline Hofmann und Bauleiterin Lisa Mosemann, alle drei 28 Jahre alt.

Als "modern, aber nicht abgehoben" beschreibt Architektin Pahlke ihren Entwurf, mit dem sie den firmeninternen Wettbewerb für den Neubau gewonnen hat. Dabei habe sie sich am zur Verfügung stehenden Grundstück und der Anzahl der Mitarbeiter orientiert, die in dem Neubau ihren Arbeitsplatz haben. Aktuell sind es 170 in dem Gebäudekomplex, der so konzipiert ist, dass er bei Bedarf um einen weiteren dreigeschossigen Gebäuderiegel erweitert werden kann. Immer im Rückgriff auf das Bauen mit System, auf das Goldbeck spezialisiert ist. Eine auf vorgefertigten Beton-, Stahl- und Fassaden-Elementen basierende Technologie, die für Fabrikhallen und Parkhäuser ebenso taugt wie für Sporthallen und Schulen oder eben Bürogebäude.


Im Oktober 2017 begannen die Bauarbeiten, im Juni 2018 wurde Richtfest gefeiert. Im Februar dieses Jahres war der Neubau soweit fertig, dass Mitarbeiter verschiedener Abteilungen vom bisherigen Goldbeck-Standort im Gewerbegebiet einziehen konnten: Neben der Administration für die Goldbeck-Region Ost und der Personalabteilung sind das Abteilungen wie die Integrale Planung. Die ist laut Mirko Zeng entscheidend, wenn es darum geht, ein Haus nach den Wünschen des Kunden zu planen. Dafür arbeiten Fachleute verschiedener Sparten zusammen.

Für den "Kunden" Goldbeck haben die Goldbeck-Planer ein Gebäude konzipiert, das bei Licht, Heizung und Lüftung auf moderne, energiesparende Technologien wie Drei-Scheiben-Verglasung, gedämmte Bauelemente und Sonnenschutz, LED-Beleuchtung und Geothermie-Anlage setzt. "Besondere Herausforderungen waren dabei der schwierige, weil teilweise felsige Baugrund und die Anforderungen an den Schallschutz wegen der Lage an zwei viel befahrenen Straßen", erläutert die Architektin.

Aber auch den Wunsch "nach modernen Raumkonzepten für die Arbeitswelt von heute" wollte Goldbeck am neuen Standort verwirklichen - womit Planerin Adeline Hofmann ins Spiel kommt. "Auf diese verschiedenen Arbeitssituation habe ich mit flexiblen Arbeitsbereichen reagiert. Das reicht vom Großraumbüro, wo Schallschutz und Raumklima eine wichtige Rolle spielen, über kleine Besprechungsräume für Teamsitzungen bis zum Mini-Büro als Rückzugsbereich bei Bedarf."

Dazu kommt ein flexibler Präsentations- und Schulungsbereich, der durch verschiebbare Wände Raumgrößen zwischen 30 und 200 Quadratmetern ermöglicht. Überall ist moderne Kommunikationstechnik verfügbar; inklusive Lautsprechersystem, Bildschirm oder Projektor.

Während die beiden Planerinnen auf Erfahrung aus ihren bisher mit Goldbeck verwirklichten Projekten zurückgreifen konnten, war die Treuener Baustelle für Lisa Mosemann Neuland: Der Büroneubau an der Herlasgrüner Straße war für die Bauleiterin das erste Vorhaben, das sie für Goldbeck realisierte. Gleich bei den Bohrungen für die Geothermie gab es mit dem felsigen Untergrund ein Problem, das gelöst werden musste. Dagegen war die Montage des Rohbaus beinahe ein Kinderspiel. "Mit den vorgefertigten Beton-Außenelementen aus unserem Werk in Hamm war jedes Geschoss in anderthalb Woche errichtet - inklusive Fenster, Sonnenschutz und Unterkonstruktion für die Fassadenelemente", fasst die Bauleiterin zusammen, was die Vorteile des Systembaus ausmacht: ein Rohbau komplett aus eigener Produktion. Einschließlich etlicher Bauelemente, die im Werk Treuen produziert werden, verweist Geschäftsführer Zeng darauf, dass der Vogtland-Standort im Neubau seine Spuren hinterlassen hat.

Spuren hinterlassen haben im Büroneubau auch zahlreiche Fremdfirmen, die den Innenausbau erledigt haben. Der bei solchen Bauprojekten wachsende Druck mit Näherrücken des Fertigstellungstermins sorgte bei Lisa Mosemann dafür, dass sie zur Einweihung dunkle Ringe um die Augen hatte. Die sind längst wieder verschwunden, schließlich wurde der Termin gehalten. Und mit einem Augenzwinkern sagt Mirko Zeng dazu: "Wie das so ist bei solchen Bauprojekten: Im Laufe der Zeit gibt es hier und da Änderungswünsche, da unterscheidet sich Goldbeck nicht von anderen Bauherren."

All das ist dem Neubau nicht anzusehen, vielmehr die modernen Lösungen, mit dem das Bauunternehmen als "Technologieführer für maßgeschneiderte Gebäude mit System" überzeugen will, wie Goldbeck sich selbst beschreibt.


Stichwort Goldbeck

Goldbeck zählt als Spezialist für den Systembau zu den führenden Bauunternehmen Deutschlands. Darüber hinaus werden integrierte gebäudenahe Dienstleistungen angeboten.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Bielefeld realisierte im Geschäftsjahr 2017/18 mehr als 510 Projekte für insgesamt 2,7 Milliarden Euro.

Rund 6500 Mitarbeiter sind aktuell bei Goldbeck beschäftigt. Davon am Standort Treuen rund 750 Mitarbeiter, von denen 400 Fenster- und Fassadenelemente produzieren. Weitere sind für die Regional- und Projektgesellschaften tätig. (how)

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