Ein Abschied voller Schulgeschichten

Die Neue Schule Rebesgrün macht bald dem Neubau eines Feuerwehrdepots Platz. Vor dem Abriss konnte das Haus noch einmal besichtigt werden.

Rebesgrün. Stimmengeschwirr im Haus der Neuen Schule Rebesgrün erinnerte am Sonntag an den Schulbetrieb. Letztmalig durfte das markante Gebäude mit Turm, Glocke und Uhr von den Rebesgrünern besichtigt werden; Ortschaftsrat, Feuerwehr und Heimatverein hatten zum Tag der offenen Tür eingeladen.

Es galt, Abschied zu nehmen. Das 1910 erbaute Schulhaus, in dem kurz nach der Wende der Schulbetrieb eingestellt worden war, soll abgerissen werden. An seiner Stelle wird ein neues Feuerwehrgerätehaus errichtet. "Ich hätte nicht gedacht, dass heute so viele Rebesgrüner kommen", staunte Feuerwehrmann Jens Krüger, der mit seinen Kameraden durchs Haus führte. Er selbst hatte diese Schule von 1973 bis 1983 besucht. Die Klassenzimmer waren ihn noch allgegenwärtig. "Hier war das Biologiezimmer mit einem großen Aquarium, dort hatten wir Erdkunde und jeden Samstag mussten wir uns im Foyer zum Fahnenappell aufstellen", tauschten die Besucher ihre Erinnerungen aus.

Jörg Spitzner, heute in Oberlauterbach zu Hause, erklärte seinen Kindern die Räumlichkeiten. Die fanden es toll, Vatis Schule besichtigen zu können. Veronika Franz erinnerte sich noch daran, dass die Pausenglocke nicht bis ins hinterste Klassenzimmer zu hören war.

Von den Lehrern, die damals unterrichteten, waren nur wenige gekommen. "Ich denke gern an den Unterricht an dieser Schule zurück", sagte Steffi Schab, die von 1986 bis 1992 in Rebesgrün unterrichtete. Den Sportunterricht von Lehrer Wolf nannte Mirko Singer legendär. Er berichtete auch, dass die Schüler zu seiner Zeit ständig die Schule in Rebesgrün und Reumtengrün wechseln mussten. Damals gehörten sie als Außenstellen der Diesterweg-Schule in Auerbach zu einem sogenannten Schulkombinat. Knapp 100 Schüler waren auf diese Weise in den Dörfern unterwegs.

"Pläne von einem Umbau der Schule lagen schon in der Schublade, wurden aber mit der Wende aufgegeben", bedauerte Lehrerin Schab. Ein Nutzungskonzept gab es nicht. Einige Räume waren an Kultur- und Musikgruppen vermietet.

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