Einsamer Corona-Tod einer Vogtländerin wirft Fragen auf

Eine Frau aus Auerbach erkrankt an Covid-19 und wird zu Hause isoliert. Am elften Tag nach dem ersten Fieber stirbt sie, ohne ärztlich versorgt worden zu sein. Die Angehörigen sind fassungslos.

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Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

15Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 16
    2
    KTreppil
    06.06.2020

    Es gibt unterschiedliche Kriterien, was Nächstenliebe bedeutet. Wie es in einer Gesellschaft mit der Nächstenliebe aussieht, zeigt sich besonders deutlich in Krisenzeiten. Was unsere Gesellschaft betrifft, fand und finde ich Vieles erschreckend weit weg von Nächstenliebe. Manches vielleicht mit besten Absichten, aber dennoch völlig destruktiv, Manches einfach nur hysterisch, ohne nachzudenken. Man würde denke ich schon allein aus Nächstenliebe kranke alleinstehende Angehörige, Freunde oder Nachbarn besuchen, bzw. wenigstens mal nach ihnen schauen. Wenn das dann von Amts wegen untersagt wird, sollte man davon ausgehen können, dass zumindest das Amt dies übernimmt. Soviel Fälle gibt es ja zur Zeit zum Glück nicht, dass das Gesundheitsamt überlastet gewesen wäre, täglich nach der Frau zu schauen oder deren Hausarzt zu informieren. Was die psychischen Folgen von Isolation, Quarantäne oder Kontaktverbote betrifft, darüber scheint man sich auch kaum Gedanken zu machen. Hauptsache Corona eindämmen, manchmal aber dafür die sprichwörtliche Wahl zwischen Pest oder Cholera.
    Maskenpflicht richtig einzuhalten, Hygienevorschriften und Abstandsregelungen zu beachten halte ich auch für wichtig, hat für mich aber eher mit Einsicht und Vernunft zu tun.
    Was die Berichte im Kommentar von "GPZ" zur Arbeit von Gesundheitsämtern betrifft, habe ich von solchen Fällen auch gehört, bzw. meine eigenen Erfahrungen gemacht und finde vieles in dem Zusammenhang nach wie vor sehr fragwürdig.

  • 29
    2
    Falkensteiner
    06.06.2020

    Das ist ein wirklich trauriger Fall. Alleinstehende allein und krank zu Hause in Quarantäne in offensichtlich schlechtem Allgemeinzustand - so etwas sollte es nicht geben.

    Bemerkenswert im Zusammenhang mit Corona ist auch die Testpraxis. Z.B. unsere Ärztin hat trotz hartnäckigem Husten, Halsschmerzen, andauernden, beachtlichen Kopfschmerzen und starker Mattigkeit kein Corona getestet. Sie denkt, dass es das nicht ist. Wenn das bei allen Leuten mit solchen Symptomen so gemacht wird, dann haben wir die Krankheit sicher weiter unter uns. Auch, wenn nicht alle mit Husten und Kopfschmerzen Corona haben. Vielleicht sind aber doch ein paar dabei, die es im Zweifel weitertragen und auch gefährdete Menschen anstecken können. Wenn das verhindert werden soll, müsste jeder einfach und unkompliziert getestet werden, der fragliche Symptome hat - ohne, dass er betteln muss oder dass es teuer wird. Diese Testmöglichkeiten sollten auch ohne Hausarzt zugänglich und erschwinglich sein.

  • 31
    0
    Dickkopf100
    06.06.2020

    Mein herzliches Beileid an die Hinterbliebenen. Sehr traurig und verständlich die Entrüstung. Doch nach Schuldigen zu suchen ist in diesem doch recht speziellem Fall der falsche Weg, denn einen eindeutig Schuldigen gibt es nicht. Ab wann soll man einen Patienten in ein Krankenhaus schicken, wenn dieser selbst es nicht für nötig hält? Schwer zu sagen, denn wer kann den oder die Kranke minutiös zu Hause überwachen? In diesem Fall hat die Patientin die Lage selbst eingeschätzt und dies leider falsch. Im Bericht steht, sie haben dreimal täglich miteinander kommuniziert und die Mutter habe immer beteuert, es werde schon wieder. Kein Arzt der Welt würde da per Ferndiagnose einen Krankenhausaufenthalt anordnen. Das ist sicher traurig, aber nachvollziehbar.

  • 18
    3
    Gegs
    06.06.2020

    Sollte man in diesem tragischen schicksalhaften Fall nicht besser hinterfragen, woran die Patientin gestorben ist. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass keiner die Symptome einer schweren Covid19-Erkrankung erkannt hat. Ich bin kein Arzt, denke aber, dass eine schwere Atemnot auch in einem Telefonat erkannt wird.


    @ Pixelghost:
    Wahrscheinlich haben sie recht. Trotzdem finde ich ihre Aussagen schon heftig zugespitzt. Ich meine aus einem früheren Post von Ihnen Ihren früheren Beruf entnommen zu haben. Da gehört wohl ein gewisser Fatalismus dazu.

  • 26
    24
    Pixelghost
    06.06.2020

    Menschen mit anfänglichen Symptomen lassen sich nicht testen, weil sie nicht in Quarantäne wollen. Erst dann, wenn es sprichwörtlich „zu heiß“ wird.

    Coronatests haben nur einen temporären Wert.
    Antikörpertests sind nicht aussagekräftig genug.
    Menschen mit überstandener Infektion wissen auch nicht, wie immun sie sind oder ob sie wieder Überträger sein können.
    Menschen ohne Symptome können die Infektion ebenfalls durchleben und Überträger sein, ohne es zu merken.

    Maske RICHTIG handhaben und RICHTIG tragen. UND Abstand halten, Husten- Nies- und Handhygiene einhalten und sich nicht dauernd ins Gesicht fassen (beobachte ich sehr häufig).

    Das verstehe ich unter Nächstenliebe.

  • 41
    8
    GPZ
    06.06.2020

    Ich kenne eine an Covid19 erkrankte Person persönlich. Diese wohnt nicht im Raum Chemnitz-Zwickau. Sie rief mit Symptomen den Hausarzt an, der einen Test veranlasste. Dann rief das Gesundheitsamt an und übermittelte das positive Ergebnis und fragte nach Kontaktpersonen, die Quarantäne bekamen, aber nicht getestet wurden, obwohl eine davon Husten hatte. Die erkrankte Person rief den Hausarzt an, der Ibuprofen verschrieb und meinte, wenn sie Atemnot bekommt, soll sie ins Krankenhaus fahren. Nach 6 Wochen arbeitet die Person wieder, hat kein Fieber (war wochenlang) mehr, aber noch immer „komisches Gefühl“ im Hals. Sie wurde nie wieder getestet und sagt, dass sie Angst hat, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, da sie nicht weiß, ob sie gesund ist.... also ich hätte mir die Patientenbetreuung anders vorgestellt. Aber sie ist ähnlich dem Fall im Artikel.

  • 21
    9
    GPZ
    06.06.2020

    @Pixelhost: Über 40% der Deutschen haben Bluthochdruck. Da man sich selbst nur durch Isolation schützen kann, wenn man auf Eigenverantwortung setzt: Wie glauben Sie würde der Pflegebereich, die Wirtschaft und vieles andere aussehen, wenn jeder Vorerkrankte - über 40% der Menschen - zu Hause bleiben würde? Sind da nicht Solidarität und Einschränkungen besser?

  • 52
    11
    Conny
    06.06.2020

    Die Familie hat täglichen Kontakt per Telefon und bringt Einkäufe (was bestimmt doch auch wenigstens einen persönlichen Kontakt auf Distanz beinhaltet - ich kann mir nicht vorstellen, dass die ohne ein Wort zu wechseln vor die Tür gestellt wurden?).
    Alle ließen sich von der Erkrankten mit "das wird schon wieder" abwiegeln, obwohl sie den Eindruck hatten, es würde schlimmer.
    Aber das Gesundheitsamt, welches nur telefonisch die Quarantäne überwachte, ist jetzt schuld, ihren Hausarzt oder die Rettung nicht alarmiert zu haben oder die Einweisung ins Krankenhaus versäumt zu haben?
    So nachvollziehbar es ist, dass die Familie in ihrer Trauer gern einen Schuldigen benennen möchte - das passt nicht wirklich.

  • 37
    17
    KTreppil
    06.06.2020

    Das alles hat weniger mit Eigenverantwortung oder Nächstenliebe zu tun, sondern mit Behördenversagen. Man sollte erwarten, dass das Gesundheitsamt den behandelnden Hausarzt informiert, schon recht, wenn die Testperson Symptome aufweist. Ist sowas etwa nicht im I-Schutzgesetz geregelt, wo das doch ansonsten so viel vorschreiben kann?! Jetzt schiebt es einer auf den anderen. Keiner will die Verantwortung übernehmen.
    Einerseits wurde in den letzten Wochen meiner Meinung nach sehr übertrieben mit Maßnahmen und Einschränkungen. Corona ist noch immer allgegenwärtig in den Medien und es wimmelt nur so von Experten und deren Meinungen. Andererseits wurde und wird oft auch untertrieben, wo es wirklich notwendig wäre. Man jonglierte gern mit Zahlen um die Richtung vorzugeben, wie man mit den Menschen hinter den Zahlen richtig umgeht, da fehlt es dann. Häusliche Quarantäne und Isolation einer alleinstehenden Risikopatientin mit Symptomen, hätte es sowas im Falle irgendeiner anderen Krankheit (Grippe...) gegeben? Das richtige Maß hat mal wieder gefehlt.
    Der Fall zeigt, dass Corona leider nicht immer harmlos ist und alle noch viel dazu zu lernen haben.
    Mein Beileid den Hinterbliebenen.

  • 55
    6
    cn3boj00
    06.06.2020

    Ein sehr trauriger Fall, mein Beileid an die Betroffenen.
    @Hinterfragt: ich denke keiner der Spaziergänger macht sich Gedanken um die Tote. Denn würde man nur auf Eigenverantwortung setzen gäbe es wohl deutlich mehr, das haben wir doch nun zuhauf gesehen. Ich schätze dass 20 - 30% der Menschen auf Verantwortung pfeifen. Und das ist in solchen Fällen viel zu viel! Selbst der Chefvirologe aus Schweden hat doch inzwischen zugegeben dass das Vorgehen dort "suboptimal" war.
    Der Fall zeigt aber, dass die Kommunikation im Gesundheitswesen versagt hat. Statt über eine sinnlose App zu diskutieren hat man offenbar versäumt eine sinnvolle Informationskette zu definieren, oder das Gesundheitsamt hat geschlampt. Und, wenn wir über ein Minimum an Eigenverantwortung nachdenken, stellt sich die Frage wieso keiner aus der Familie sich Gedanken um eine ärztliche Betreuung gemacht hat. Ein Anruf beim Hausarzt hätte womöglich die Tragödie auch verhindern können.

  • 29
    14
    ChWtr
    06.06.2020

    Man kann nicht alles auf die Eigenverantwortung schieben.
    Wo bleibt die Nächstenliebe, wo?

    Dieser Fall wirft Fragen auf, der nicht hätte tödlich enden müssen.

    Haben wir heutzutage wirklich verlernt, nach links und rechts zu schauen?

    @Pixel: man kann es so sehen, wenn man abgestumpft ist oder selbst bereits einiges hinter sich hat. Man kann es jedoch auch anders ausdrücken (..)

  • 30
    35
    Hinterfragt
    06.06.2020

    Genau das ist der Punkt, der die Leute auch auf die Straße treibt.
    Jeder "Furtz wird vorgeschriebenen und reglementiert, aber wenn es ernst ist, soll man in Eigenverantwortung handeln!
    Also warum nicht t von Anfang anauf Eigenverantwortung ???

  • 33
    16
    bartoldi
    06.06.2020

    Leider ist dies die Strategie unseres Gesundheitsamtes ... nur eine leichte Grippe ... und "Gott sei Dank" kann man ja auf die besehende Vorerkrankung (leichter Bluthochdruck" verweisen.

  • 30
    50
    Pixelghost
    06.06.2020

    Ja, es wäre zu verhindern gewesen. 1. indem man als Vorerkrankte von den Pflegepersonen wegbleibt. 2. indem man sich besser schützt bei der Pflege - wenn man es schon tun will.
    3. indem man gegenüber dem GA nicht sagt. „wird schon“ und die Lage selbst verharmlost.

    Aber da sehe ich mittlerweile beim Einkaufen. Alte Leute und Abstände einhalten? Isch hob do ne Maskä.

  • 57
    16
    Echo1
    06.06.2020

    Mein herzliches Beileid.

    Da wird an allen Ecken und Enden mit Gesunden wie mit Kranken umgegangen.
    Viele isolieren sich vorsorglich.
    Die Ansteckungszahlen sind auf niedrigstem Niveau.
    Und dann steckt sich mal einer an.
    Der dann nicht behandelt wird.
    Das ist ein Skandal und wäre zu verhindern gewesen.